Neue Herausforderung: Aufhören

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First and Only Ironman

Lange habe ich nachgedacht, was ich über den IRONMAN AUSTRIA als größte sportliche Herausforderung meines Lebens schreiben soll. Immerhin wagte ich die naive Kampfansage, auf Anhieb die Hawaii Quali zu packen, um dann mit dem Wettkampfsport aufzuhören. Das mit dem Aufhören ist alles andere als einfach für mich, daher die Verzögerung dieses Berichts.

Natürlich will ich diese Momente während der 9 Stunden und 31 Minuten nicht verheimlichen. Momente in denen ich zweifelte, Momente in denen ich lachte, Momente in denen ich kämpfte.

Schon diese völlig chaotische Vorbereitung mit Rennrad durch Australien inkl. Horrorcrash. Ein Wunder, dass ich top fit und ohne Verletzungen an den Start ging – vielleicht sogar ein Privileg mit Blick auf die vielen Leute in meinem direkten Umfeld, die mit Verletzungen zu kämpfen haben.

Beeindruckt bin ich ja schon von mir selber, dass ich in keinster Weise daran gezweifelt habe, die 9 Stunden zu knacken. Als dann im Rennverlauf die Abweichung vom Ist- und Sollwert immer größer wurde, hielt ich trotzdem an einem Konzept fest immer weiter zu machen – bis zum Schluss !

Bevor ich mich hier verliere zurück zu den Momenten 😉

3,8 km Schwimmen

Das ging ja schon mit dem Startschuss los. Als ich ins Wasser rannte, die Schwimmbrille noch oben war und der Anzug nicht richtig zu, dachte ich nur „Prima Start“, um 225 km schwimmend, radelnd und laufend zu bewältigen. Nächster Gedanke mit einem Lächeln: „Gut, dass ich genau das (Vorstart-Routinen und Vorbereitung auf wichtige Prüfungen/Meetings) immer wieder mit meinen Klienten und Athleten trainiere.“ Aus strategischen Gründen war mir der Start mit den Top Schwimmern sehr wichtig. So wichtig, dass ich prompt alles andere vergaß 😀 Ich war so froh, dass Flo noch unmittelbar vor dem Start bei mir war und mich etwas beruhigte.

Schon wenig später der nächste Moment. Die letzten 800m wurden im Lendkanal zurückgelegt. Dass dieser so flach war (oder ich so groß?), veranlasste mich spontan dazu illegalerweise im Kanal zu laufen. Es sollte nicht die letzte Regelwidrigkeit bleiben…

War ich zwar nicht wirklich schneller dadurch, konnte Torben dafür diesen tollen Moment festhalten 😀 (s. Bild)

180 km Rad fahren

Nun gut, spannend sollte es erst wieder beim Marathon werden. Doch dann bei KM 80 fuhr ein Zug von ca. 15 Fahrern an mir vorbei, wo ich dummerweise drauf sprang. Die nächsten 40 KM wurden mir dann zum Verhängnis. Ich stand unter ständiger Alarmbereitschaft: Abstand einhalten (12m), Überholen, zurückfallen lassen, Kopf heben/senken…

Anstatt in dieser Phase Kraft zu sparen war meine vorher durchgeplante Renneinteilung mit Julian völlig aus dem Ruder gelaufen. Beim nächsten Berg war die Gruppe weg und meine Beine leer. Ab dann war es nur noch ätzend und einsam. Zusätzlich konnte ich auf meinem Computer zusehen, wie meine Durchschnittswerte immer schlechter wurden.

Ich war einfach nur noch froh vom Rad endlich abzusteigen, hab dann aber meinen blöden Beutel, wo die Laufschuhe drin waren nicht gefunden. Zum Glück war ich trotz der verlorenen Minuten noch so weit vorne, dass ein Helfer zur Stelle war. Er begleitete mich ins Wechselzelt, reichte mir meine Laufschuhe und kümmerte sich um meinen Helm, den ich einfach irgendwo liegen gelassen hätte, wollte ich doch einfach nur schnell raus auf die Laufstrecke, wie ein Stier, der in die Arena stürmt.

42 km Laufen

Wild entschlossen schoss ich aus der Wechselzone und sah direkt meinen Papa. Und los geht‘s !

Die nächsten KM war ich richtig flott unterwegs als würde ich über den Asphalt fliegen. Die Flugstunde hielt leider nicht mal eine Stunde 🙂 Bei KM 10 spürte ich wie meine Beine müde wurden. Jetzt begann das Pokerspiel. Halte ich das Tempo, um in die Qualiplätze zu laufen oder bremse ich mich, um überhaupt anzukommen. Tatsächlich fehlte mir genau hier die Erfahrung im Marathon, so dass ich mich für die konservative Methode entschied. Hawaii lag jetzt nicht mehr in meiner Hand. Ein verletzendes Gefühl. Vermutlich deshalb verletzend, weil ich es nicht kenne, ein Ziel – nein, das Ziel – aus eigener Kraft nicht erreichen zu können.

Ich lief trotzdem weiter, immer weiter. Ich wollte nicht, dass dieses Gefühl gegen mich gewinnt. Ich konkurrierte fortan nicht mehr mit den Top 10 sondern, mit diesem Gefühl. Aus irgendeinem Grund macht mich das jetzt im Nachhinein viel stolzer als das Ergebnis. Diesem verletzenden Gefühl nicht nachzugeben, stattdessen weiter zu laufen, 10 € auf dem Boden zu finden, umzudrehen um sie einzusammeln, die Salztabletten, die Flo mir unauffällig zusteckte samt Tape einfach runter zu schlucken, zu wissen, dass meine engsten Freunde und Verwandten entlang der Strecke zu mir hielten und alle anderen von zu Hause aus mitfieberten all das trieb mich immer weiter an. Einfach nur Wahnsinn.

Und jetzt?

Wer bis hierhin mitgelesen hat, war entweder dabei oder möchte wissen wie es weitergeht 😉

Mein Plan war es auf Hawaii meinen letzten Triathlon zu absolvieren. Diesen Plan konnte ich nicht erfüllen und ja, es kitzelt enorm, nächstes Jahr nochmal anzugreifen. Die Frage ist aber, was ich mir damit noch beweisen möchte und v.a. um welchen Preis? Ganz abgesehen von dem hohen Verschleiß meines Körpers geht einfach viel Zeit dafür drauf. Es wird Zeit für neue Herausforderungen. Damit mir der Absprung gelingt, brauche ich also ein neues Projekt, das ich in den nächsten Wochen verkünden werde. Die Reise geht auf jeden Fall weiter 😉

Fest steht für mich, dass ich dem Sport treu bleiben werde, alleine schon wegen meiner Nebentätigkeit als Sportpsychologe, die mir besonders in diesem Sport riesen Spaß macht aber auch wegen der geilen Community, die immer weiter wächst.

Jetzt heißt es die Saison nochmal richtig Gas zu geben und dann mit Beginn der Wies‘n meine aktive Laufbahn als Triathlet zu beenden.

Dafür brauch es nur noch etwas Mut, das auch durch zuziehen. Da in diesem Ironman aber einfach alles dabei war, was man sich an Höhen und Tiefen nur vorstellen kann, verabschiede ich mich mit T. Fontane:

Zwischen Hochmut und Demut steht ein drittes,
dem das Leben gehört, und das ist der Mut

Zwischenbericht auf meinem Weg nach Hawaii

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Stand jetzt

1.Mai 2019 – mit schweren Beinen und Kriegswunden aus Australien zurück dachte ich nur: „Moment, wie soll ich mich denn jetzt in 2 Monaten am sinnvollsten für den Ironman vorbereiten?“ Ich wäre nicht ich, wenn ich mich über sowas vorher Gedanken gemacht hätte 😀

Mein Wettkampfplan gab mir etwas Struktur, meine Arbeit und gefühlt tausend Projekte wiederum machten den Mai nahezu untrainierbar. Im Klartext war ich nicht mal in der Lage die angepeilten halben Umfänge der üblichen Langdistanz Triathleten zu absolvieren.

Einfach #Ballern und #Regenerieren war und ist seitdem die Devise.

1. Check: Quarterman Bruchköbel

 

Der erste Test dieses Jahr war die Quarterman-Distanz (genau ein Viertel vom Ironman) in Bruchköbel.
Durch die enge Verbundenheit zum lokalen Verein und einiger meiner Sponsoren war dies mein 6. Start in Folge beim Quarterman.
Dieses Jahr stand die Hitze und meine verlorene Trinkflasche im Vordergrund. Dass mein Körper und mein Kopf trotz drohender Dehydrierung einwandfrei funktionierte, stimmte mich positiv. Belohnt wurde ich mit dem 3. Platz.

 

 

2. Check: Halbdistanz Maxdorf

Genau eine Woche zum Erholen, Trainieren und Auftanken standen mir zur Verfügung zwischen dem ersten und zweiten Formcheck. Gedanke wie oben: „Wie soll ich jetzt innerhalb einer Woche die Form so ausbauen, dass sie über die doppelte Distanz genauso Stand hält?“ Es gab viele Ideen aber ihr kennt das ja mit der Arbeit und den Prioritäten…!

So ging die wilde Achterbahnfahrt weiter nach Maxdorf, meine bis dahin sportlich größte Herausforderung. Eine Halbdistanz mit 2 km Schwimmen, 85 km Rad und 20 km Laufen und berühmt für ihre Höhenmeter, die vergleichbar sind mit dem Ironman Austria – nur eben auf halber Strecke. Zurückhaltung auf dem Rad und #ballern auf der Laufstrecke war die Idee. Bevor es überhaupt dazu kam, platzte mein Fahrradschlauch 10 min. vor Check-In Ende. Kurze Erklärung: Es gibt Check-In Zeiten bei Triathlons die gerne geahndet werden bei Nichteinhaltung. Mein Kumpel Joule, der auch am Start war und so etwas wie mein persönlicher Radmechaniker ist (wovon er noch nichts weiß) handelte instinktiv und reparierte meinen Reifen notdürftig. Mit 1000 Watt ballerten wir zum Check-In. Panik war umsonst, war die Schlange letztlich länger als die Wechselzone. Also durchatmen – ne, doch nicht !

5 min. vor dem Start löste sich meine Schwimmbrille in zwei Teile auf. „Na großartig“ – und wieder war Joule zur Stelle und hatte natürlich eine Ersatzbrille dabei.

 

Das Schwimmen war ok. Alles was ich da bisher investiert habe, hat sich auf jeden Fall überhaupt nicht gelohnt. Egal, fällt kaum ins Gewicht.

Nun zurück zur Strategie „Zurückhaltung“, eine Kunst, die ich noch nie beherrschte und wahrscheinlich mein einziger Risikofaktor für den Ironman werden könnte. Die Gefahr besteht darin sich zu früh zu verausgaben, so dass man hinten raus beim Laufen einbricht. Nun, das hat überhaupt nicht funktioniert, musste es aber auch nicht. Meine Wattwerte explodierten an jedem Berg, aber wat soll’s – weiterballern ! Über die Weinberge ging es zurück zum Start. Autos fuhren auf der Radstrecke, was mega gefährlich war und dann wieder so ne Aktion: Bergab, Bremsen, Kurve links. Nicht ganz…viel zu schell und mit Vollbremsung rutschte ich an der Absperrung irgendwie vorbei und verhinderte schlimmeres.

 

Es folgte der Halbmarathon. Ich war überrascht wie wenig Fahrräder erst in der Wechselzone waren. Vielleicht 15 ?!?

Rad abstellen, Laufschuhe an, Gels eintüten und los geht’s ! Mist, natürlich wieder was vergessen! Direkt bei der ersten Verpflegungsstelle haute ich mir meine Kappe vom Kopf, musste umdrehen, was mich 2 Plätze kostete. Danach lief alles viel besser als erwartet. Ich konnte ein Tempo aufbauen, mit dem ich im Hinblick  auf den Ironman und etwas Rechnerei völlig zufrieden war. Überglücklich und stolz kam ich ins Ziel und wusste da noch gar nichts von meinem 11. Platz gesamt, 2. Platz in meiner Altersklasse und meines ersten Preisgeldes 🙂

 

 

 

 

Ich bin nun noch motivierter und zuversichtlicher als je zuvor, dass ich mit meinem Plan, keinen Plan zu haben, die Hawaii Qualifikation beim Ironman Austria schaffen werde. „Moment, das sind ja schon wieder viel zu wenige Tage, 25 um genau zu sein“ 😀

Stolz auf die Leistung und dankbar für die Unterstützung meiner Sponsoren

Saisonfinale in Bad Arolsen – 2. Platz Hessische Meisterschaften

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Rückblick zum letzten Wettkampf dieser Saison: Twistesee-Triathlon

-> Hessische Meisterschaft über die olympische Distanz (1,5 – 41 – 10)

Neo: Klar! / Zeit: Komisch!🤔

Bildergebnis für twiste see triathlon 2018Mit Neo im Gepäck und der Hoffnung, dass er endlich mal zum Einsatz kommen darf, ging es nach Bad Arolsen.

Ich sollte Recht bekommen, brachte mir aber trotzdem nicht viel. Nach 24:25 sek. stieg ich aus dem 21 C kalten Wasser und lag damit knapp 1:30 min. unter meiner Zeit von Viernheim (OHNE NEO!). 🤔🙄
Vielleicht war die Zeitmessplatte auch erst oben am Berg, der erstmal unmittelbar nach dem Schwimmaustieg und noch im Neo erklommen werden musste ↗️. Vielleicht sind die Löcher im Neo auch nicht mehr wirklich auftriebsförderlich 🤔😗 Stolz wie Oskar, keine Gehpause eingelegt zu haben, kam ich oben angekommen aus diesem blöden (äh guten) Neo nicht raus. Dahin war der Stolz. Statt zu gehen, setzte ich mich auf die Wiese um dieses Ding irgendwie mit Gewalt über die Füße zu streifen.

Hoch und Runter auf dem Rad / schnellste Radzeit d. Tages !

 

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.

Der Wechsel auf’s Rad war dann schon besser. Dann hieß es ATTACKE (!). Zwei Runden waren zu fahren, je 350 Hm, also 700 !😮! Ungewöhnlich gut vorbereitet, konnte ich das im Vorfeld per Mail in Erfahrung bringen u. mich entsprechend vorbereiten. Es gab kaum flache Passagen (s.Bild). Ständig musste ich schalten, bremsen, fliegen (auf Oberrohr liegend😂) und zwischendurch auch ein bisschen treten 😉 Wie schnell ich im Vgl. zur Konkurrenz unterwegs war, konnte ich überhaupt nicht einschätzen. In der zweiten Runde nahm ich etwas Druck raus, kann aber gar nicht sagen, warum. <EGAL>, denn in der Wechselzone zurück standen noch keine 10 Räder. (Erst später im Ziel sah ich meinen Radsplit mit ü.1 min. Vorsprung auf den Rest💪). Ich wusste: Wenn ich Laufen würde wie in Viernheim, ist da nach vorne noch sehr viel möglich auf 10k.

Wundertüte Laufen🏃‍♂️🏃‍♂️🏃‍♂️

Ich schoss los, ohne Plan, wie schnell ich überhaupt laufen will und kann nach der happigen Radstrecke. Ich überließ es einfach dem Gefühl, schaute kaum auf die Uhr und wusste, dass auf der Wendepunktstrecke zwei mal richtig steile Rampen angekündigt waren. <EGAL>, dachte ich erneut, und ließ mich davon nicht beirren, schoss weiter und hielt ein Tempo um die 3:40 min/km (ohne Blick auf die Uhr;-)). Der steile Anstieg kam immer näher. Ich sah Fabian Pretz am Streckenrand und bat ihn wild gestikulierend (Tempo war zu hoch zum Quatschen!) um Zwischenzeiten an die Spitze. Danke dafür! Das war wirklich hilfreich👌🙏. Die Rampe kam viel zu früh und ging wider Erwarten bergab.🙄Es war klar, ich muss auf dem Rückweg dort hoch klettern, mist 🙄. Also sowas habe ich noch nie erlebt. Sowohl da runter als auch hoch zählten ganz eigene Regeln. Mitten drin auch noch eine Pflegestation, die ich entweder verpasste weil ich bergab viel zu schnell war oder bergauf viel zu sehr mit Kämpfen beschäftigt war 🤣🤣.
Ob und wie viele Athleten ich beim Laufen catchte, blieb mir auch völlig unklar. Erst im Gegenverkehr passierte mich das Führungsfahrrad, gefolgt von Timo Pippart. Jetzt war klar, da fehlt nicht viel. Genau 1:20 min. Rückstand stoppte Fabian bei KM5. Hmm, soll ich auf Attacke nochmal Attacke drauf setzen? Soll ich meinen 2. Platz absichern? Oder soll ich irgendwas verrücktes machen? (z.B. rückwärts bergab laufen?!?). Komische Gedanken, die mir da durch den Kopf gingen…
Ich versuchte beim letzten Passieren von Timo anhand seiner Facial Expressions seinen Leidensdruck zu erahnen. Da half aber selbst mein Beruf nicht weiter 😛
Der Abstand blieb dann konstant aber nach hinten baute ich bis ins Ziel einen komfortablen Vorsprung aus. Der Zielsprint war dann Ehrensache: Ich bin Vizemeister bei den Hessischen Meisterschaften 🤩🤩🤩🤩

Bild könnte enthalten: 3 Personen, Personen, die lachen, Personen, die stehen, Schuhe, Kind, Baum, Himmel und im Freien

Einen solchen Saisonabschluss habe ich mir nie ausgemalt. Umso motivierter und angriffslustiger (#attacke) gehe ich in das Projekt Hawaii 2019.
Jetzt erst mal #offseason um dem <EGAL> auch tatsächlich mal Raum und Zeit zu geben 😉

In dem Sinne: bis nächstes Jahr.
Bernie

Jetzt ist es offiziell !

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Ähnliches Foto

http://eu.ironman.com/de-de/triathlon-news/articles/2015/09/nl_092015_king-of-kona.aspx

Getreu dem Motto „anders“ möchte ich mich für den bekanntesten aller Triathlons, den Ironman Hawaii qualifizieren.

Dabei muss ich auf zwei Dinge genauer eingehen.

1.) Qualifikation für Hawaii

2.) Was meine ich mit „anders“?

Zur Qualifikation:

Der Ironman Hawaii ist der einzige Triathlon, bei dem man sich nicht einfach so anmelden kann als wäre man beim Einwohnermeldeamt. Man muss sich dafür qualifizieren! Das alleine erzeugt schon einen gewissen Reiz, wäre da nicht noch die Austragung der Weltmeisterschaft und der historische Beginn der Ironman-Serie. Der Ironman Hawaii genießt also eine Sonderstellung. Da ich – wie so viele Triathleten – nicht frei von „Unsättigbarkeit“ bin (ein Wort, das ich mir im Laufe meine Coachingjahre ausgedacht habe), ist der Drang nach neuen höheren Zielen groß. Ja, überspitzt kann man postulieren, dass Hawaii früher oder später für jeden Triathlet ein Traum, eine Vision, ein konkretes Ziel wird. So unerreichbar dieses Ziel auch für die meisten ihr Leben lang bleiben wird, es ist ein Ziel, dass fesselt, dass antreibt, dass polarisiert. Neben meiner Arbeit mit Sportlern, arbeite ich auch mit Menschen, die schwer krank sind.

Bildergebnis für ironman hawaii

http://www.ironman.com/~/media/3900f1311aea4a749e4db928c582b40e/kona%20turtle%201600.jpg?w=1600&h=980&c=1

Es sind immer wieder die Lebensziele, so unterschiedlich sie auch sind, die im Zuge von Erkrankungen, Verletzungen und/oder Schicksalsschlägen schlagartig oder genauso schlimm: schleichend ver’schwimmen‘. Schwimmen (ich merke, wie ich mich genau wie mein Opa in Assoziationsketten verliere) kann ich zwar immer noch nicht konkurrenzfähig aber Träumen und ‚Bergauf‘-Denken (die sog. Attacke!) gelingt mir umso besser. Ich denke ferner, dass Verschwimmen erlaubt ist, selbst Schwimmflügel sind okay. Entscheidend ist nicht WIE man Ziele erreicht oder WAS man dafür brauch, entscheidend ist, DASS man Ziele hat. Ich bin davon überzeugt, dass uns Lebensziele und Träume zu dem machen was wir sind oder werden wollen, anders herum jedoch das uns das Fehlen von Zielen oder Nicht-Akzeptieren-Wollen neuer Ziele erst so richtig leiden lässt. Um den Bogen zu spannen: Ich bin einfach nur super happy, dankbar und stolz sowohl psychisch/physisch wie auch zeitlich/finanziell in der Lage zu sein, mich meiner zeitlebens wohl größten sportlichen Herausforderung zu stellen.

Das setzt voraus, dass ich mich bei einem anderen Ironman gegen meine Altersklassenkonkurrenten (30-34 Jahre) behaupten muss. Die Wahl fiel mir nicht schwer, ist der Wörthersee in Österreich und die Berge darum doch dank meiner lieben Mama als Klagenfurterin zweite Heimat für mich.

Bildergebnis für Ironman Austria 2019

3,8 km Schwimmen, 180 km Rad fahren, 42 km Laufen

Das sind die Streckenlängen – logischerweise bei jedem Ironman gleich. Das mit dem Qualifizieren läuft allerdings nicht über Heimatpunkte sondern über Qualizeiten in den jeweiligen Altersklassen. Um das kurz zu fassen, entspricht das in meiner Altersklasse in etwa einer Gesamtzeit von weniger als 9:15 Stunden, was mich auf mein Motto bringt: „Anders“. (Kurze Anmerkung: 9:15 h ist anhand der Qualizeiten der letzten Jahre geschätzt. Kann unter Umständen sehr spannend werden, wie ARD Sprecher Thorsten Schröder bei seiner Qualifikation bewies.)

Zum Motto:

Anders ist bei mir so einiges. Da ist es naheliegend, dass ich auch anders nach Hawaii will, wobei es dabei keinen Standardweg gibt.

Mein Weg wird so aussehen:

  • Ein Versuch, eine Quali
  • Vorerfahrung Langdistanz: 0 %
  • Trainingspensum: 10 h /Woche
  • HIT statt LIT

Ein Versuch, eine Quali

Ich werde alles auf eine Karte setzen. Ironman Austria wird mein einziger Versuch, mich zu qualifizieren. Das erhöht natürlich den Druck aber ich glaube mehr aus mir rausholen zu können, wenn ich mich auf ein Rennen festlege und kein Ironman-Hopping beginne. Klar, gibt es unbeeinflussbare Faktoren wie z.B. einen Sturz in der Vorbereitung, einen Platten im Rennen oder ein Auftauchen des Lindwurms 😀 Krämpfe, Verletzungen, Zeitstrafen, Ernährung, Psyche sind nur ein Paar weitere Hindernisse, die es zu beherrschen gilt… 😛

Vorerfahrung Langdistanz: 0 %

Ich könnte mich sinnvollerweise erstmal herantasten an die langen Strecken. Schließlich bin ich deutlich Kürzeres gewohnt. Längste Strecken bisher waren zwei Halbmarathons. Eine Mitteldistanz dieses Jahr (Frankfurt City Triathlon) und evtl. eine weitere nächstes Jahr sollen folgen. Ich werde mir aber den Überraschungseffekt zu nutze machen. Wie der genau aussieht, weiß ich auch nicht. Ich komme als Neuling, ich gehe als Neuling.

Trainingspensum: 10 h /Woche

10 Stunden Training in der Woche wird natürlich eine Herausforderung werden. Das entspricht ungefähr meinem aktuellen Pensum. Ich denke aber, dass das trotz oder gerade wegen aller Meinung der Kilometersammler funktionieren wird. Teilweise werden Stunden auf der Rolle oder im Wasser rumgedümpelt, was auch sicherlich die Grundlagenausdauer bis zu einem bestimmten Grad verbessert, mehr aber auch nicht. Jede einzelne Trainingseinheit wird entsprechend wichtiger sein, da es nicht viele werden. Ausnahme wird ein Trainingslager im Frühjahr sein, das aber noch in den Sternen steht (Würde so gerne wieder eine längere Tour durch ein Land machen wie dieses Jahr durch Kalifornien).

HIT statt LIT

Der Schlüssel wird im hochintensiven Belastungsbereich (HIT) liegen. Um jetzt nicht trainingswissenschaftlich abzudriften, belasse ich es dabei, zumal es in dem Bereich kaum Forschung gibt. Die Idee bzw. Hypothese ist, dass bei hoch ausgeprägter Grundschnelligkeit und Explosionskraft (die sog. Attacke!) in Kombination mit einem intakten Muskel-Skelet-Apparat, viel weniger Grundlagentraining (low intensity training) notwendig ist, um ähnliche oder gleiche Effekte zu erzielen. Das setzt ein hohes Maß an Fitness und Belastbarkeit voraus. Gleichzeitig spielt dabei die Regeneration eine noch größere Rolle. Ich werde viel über alternative Wege versuchen anstelle in bestes Material zu investieren (was sowieso nicht schneller macht): Effizienter Schlaf, Nahrungsergänzung (v.a. Protein, Omega 3 und Vitamin D) Yoga (zählt nicht zu den 10 h Training 😉), Blutbilder und mit einem Psychologe zusammen arbeiten.

 

Fazit:

Gibt es keins! Dafür ist es viel zu verrückt, was ich vorhabe. Aber ich habe etwas vor und das zählt!

 

Mein erstes Zeitfahrrad – und wie komme ich jetzt da „hoch“?

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Das Zeitfahrrad wollte perfekt auf mich abgestimmt werden, aber wie?

 

Die Saison 2018 begann mehr ’stationär‘. Nicht direkt für mich sondern mehr für mein neues Zeitfahrrad, mit dem ich dieses Jahr meine erste Halbdistanz beim Frankfurt City Triathlon in Angriff nehme.

Das Zeitfahrrad wollte also perfekt auf mich abgestimmt sein, aber wie?

Eine knifflige Frage, wenn man knapp 2 m groß ist und zu allem Überfluss auch noch unbeweglich ist wie ein Walfisch an Land 😀

So wandte ich mich an Dirk Kessler von Velozeit, Experte in Sachen Aerodynamik und Bike Fitting.

Ca. 4 Stunden nahm er sich Zeit neben meinem Rad auch meine Schuhe und folgerichtig auch meinen Körper richtig einzustellen.

 

Einlagen mussten her,  die Extensions (Armauflage am Lenker) angepasst und der Sattel erstmal gefühlt (oder tatsächlich?!?) 10 cm weiter nach oben versetzt werden.

Natürlich erwies sich diese aggressive Zeitfahrposition in Verbindung mit meiner Unbeweglichkeit als Hauptknackpunkt. Wir arbeiteten also ganzheitlich an der Sache. Das schloss ein individuelles Dehn- und Mobilisierungsprogramm ein, dem ich mich die letzten Monate auch brav gewidmet habe. Dysbalancen und Verkürzungen (v.a. ischiocrural) sind mir durchaus bekannt, die Auswirkungen beim Zeitfahren, in dem das Wort ‚Zeit‘ alles erklärt, dagegen überhaupt nicht.

Reden wir vom Zeitfahren lässt sich das freilich auch auf der Straße nicht umgehen. Mein Weg – bekannt für wenig Umfang und hoher Intensität (dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr!) – muss hier auch leicht angepasst werden. Immerhin muss ich in Frankfurt etwas über 2 h und nächstes Jahr ca. 5 h auf dem Gaul hocken (auch dazu folgt noch so einiges ;-)). Mit Dehnen, Treten und Koppeln habe ich viele Aufgaben vor mir. Ich bin zuversichtlich, dass ich durch Dirks Know-how da hoch klettern werde.

 

 

 

 

 

 

Neues Jahr, neues Glück

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Das Jahr ist durchgestanden und die Planung für 2018 ist weitestgehend abgeschlossen.

Ein paar Ziele für nächstes Jahr möchte ich genauer beschreiben.

Nachdem ich letztes Jahr schon das erste Rennen des Frankfurt Heros verpasst habe, war die angestrebte Gesamtwertung schon dahin. 2018 probiere ich es nochmal und lege noch einen drauf: Im August werde ich meine erste Mitteldistanz (1,9 swim – 80 bike – 21 run) in Frankfurt absolvieren. Auf welchem bike, das steht noch nicht ganz fest, aber das wird auf jeden Fall die Marschrichtung für 2019 vorgeben. Da halte ich mich aber jetzt noch zurück 😉

Neben der Mitteldistanz habe ich einen Titel in Hennef zu verteidigen. Ich freue mich total auf das Heimrennen, das letztes Jahr so unglaublich spannend war. Erst auf den letzten Metern konnte ich das noch gewinnen.

Dann darf der geografisch zwar ganz wo anders lokalisierte Quarterman (i.d.N. von Frankfurt) nicht fehlen. Dort stand ich bisher jedes Jahr auf dem Podest. Letztes Jahr mit der Liga allerdings bin ich total geplatzt beim Laufen. Eine Rechnung ist also noch offen 😉

Wettkampfplanung  2018

Datum

Event

Distanz

03.03

Lahntallauf, Marburg

10 km

11.03

HM FFM

21 km

12.03-09.04

Trainingslager Südafrika

01.05

Eschborn Radrennen

100 km

20.05

Short Track Griesheim

SD

03.06

QM (liga)

OD

24.06

Triathlon Hennef

OD

29.06

Nachtmarathon Staffel-Marburg

9,7-11 km

21.07

Burgwald

SD

05.08

FCT FFM

MD

26.08

Viernheim Triathlon

OD (DM)

02.09

City-Triathlon Baunatal

SD

Es folgen weitere Events im hessischen Raum und die Liga-Mannschaft des VfL Marburg. Wir sind nächstes Jahr sehr gut aufgestellt und wollen den zweiten Aufstieg im zweiten Jahr schaffen. Also auch ein Mannschaftsziel ist ausgerufen (!)

Ein wunder Punkt wird das Schwimmen bei mir bleiben. Ich bin viel im Wasser und werde auch gefühlt besser aber bleibe skeptisch, was die Performance im Wettkampf angeht. Eigentlich dürfte ich mit den bisherigen Schwimmzeiten gar nicht in die Top 3 laufen aber im Triathlon gilt:

Am Ende knallt die Peitsche 🙂

 

In diesem Sinne starte ich motiviert ins neue Jahr und freue mich auf neue alte Herausforderungen.

Euer Börns

Auf den letzten Metern zum Sieg beim Hennefer Triathlon 2017

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Bist du auch in diesem ‚Nationalteam‘ ? ? ?

Mit dieser Überschrift muss ich etwas weiter ausholen.

Es begann 10:45 Uhr mit einem Landstart des Hennef Triathlons 2017.

An der Stelle direkt eine Korrektur: Der Start wurde verschoben, weil ein Starter aus der Gruppe vor uns nicht auf sein Rad gestiegen ist, im See aber auch nicht mehr auffindbar war. Folgerichtig ist die Wasserwacht ausgeschwärmt, um den Verschollenen zu suchen. Ich habe den weiteren Verlauf nicht ganz verstanden, war ich schließlich schon voll im Anspannungsmodus.

Der Verschollenen tauchte wieder auf und der Start erfolgte prompt.

Ich kam gut in einen Rhythmus rein, der mich mit 25:07 min. solide über die 1,5 km Schwimmdistanz brachte. Ich war überraschenderweise in der Verfolgergruppe und stieg als Sechster aus dem Wasser, was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnte. Überhaupt war das mit der Platzierung bis 100 m vor dem Ziel so eine Sache.

Dreispurige Wechselzone

Aber zurück zum Rad, ne, zurück in die Wechselzone (WZ). Dort wurde ich nämlich erstmal gemaßregelt und durfte einen Umweg laufen, weil ich mir die Laufwege vorher natürlich nicht angeschaut habe.

Dazu muss erklärt werden, dass so eine WZ eine logistische Meisterleistung ist. An drei Stellen strömen Schwimmer, Radfahrer und Läufer in die WZ und wieder hinaus. Hier sollten sich diese drei Ströme tatsächlich eine schmale Straße teilen. Kann man sich vorstellen, wie eine dreispurige Autobahn auf der mit Geisterfahrern zu rechnen ist 😀

Nun aber den richtigen Weg eingeschlagen, konnte ich von Anfang an ordentlich Druck machen auf dem Rad. Dort kam das erste mal das Gefühl, dass da noch Großes kommen könnte. Zwei oder drei Athleten konnte ich auf der Radstrecke catchen bevor es auf die Laufstrecke ging.

Ein Lauf nach Maß

Immer noch völlig ahnungslos wie viele Athleten jetzt noch vor mir sind, bin ich schnell angelaufen – nein, schnell angeflogen. Mit einer Pace von 3:40 min. / km fühlte sich der Lauf richtig gut an. Ein Leichtigkeitsgefühl, das ich so nur sehr selten auf einer olympischen Distanz erlebe, wo doch die Vorbelastung schon so hoch war. Auch auf der Laufstrecke ließen sich zwei weitere Leute catchen. Letzteren fragte ich nach seiner Platzierung. Platz 2 sagte er fröhlich und mir mutmachend: „Den kannst du noch kriegen“ Er sprach vom Erstplatzierten (Luka Söntjens), der schon aus der WZ raus lief als ich mein Rennrad noch auf der Geister-Autobahn rein schob. In anderen Worten war er mir sehr weit voraus. Ich war trotzdem neugierig, was da noch drinnen seien sollte. So fragte ich meine Crowd an der Strecke nach den Zwischenzeiten.

An dieser Stelle tausend Dank an meine Familie und Freunde!

Die Jagt, die gar keine werden sollte

Bei KM 1 oder 2 erfuhr ich den Rückstand von 2:30 min. Völlig ausgeschlossen, dachte ich, als ich den Rückstand hörte. Ich lief aber trotzdem mein Tempo weiter und war irgendwann in einem Tunnel. An mehreren Stellen versuchte Olaf mir den kürzer werdenden Abstand auf Platz 1 durchzurufen. Keine Chance – nichts mehr wahrgenommen. Zum Glück handelte es sich um eine Wendepunktstrecke, wo man die Abstände ganz gut einschätzen konnte. Keine Chance – immer noch nicht wahrgenommen, wie der Abstand kleiner wurde.

Tatsächlich erst am letzten Wendepunkt bei ca. KM 8,5 stellte ich fest, dass Luka nur 200 m vor mir wendete. Ab da hieß es ‚Attacke‘ (Es heißt bei mir immer Attacke aber jetzt nicht mehr Attacke gegen die Zeit sondern gegen Platz 1) ! Die Zuschauer und Streckenhelfer brüllten vor mir ständig Lukas Namen. Er war aus dem lokalen Verein. Und obwohl ich als unbekanntes Gesicht auftrat, puschten mich alle Hennefer genauso ins Ziel.

Ganz großen Respekt für den Support !

KM 9: Luka war jetzt 30-40 m vor mir. Wenn ich das noch auf dem letzten KM gewinnen will, so dachte ich, hätte ich nochmal anziehen müssen. Ich traute mich (noch) nicht…

Kurve rechts, Kurve links und schon ging es auf die Zielgerade zu – vielleicht 100 m to go. Dann erst startete ich den Turbo (Steigerung von Attacke) und schob mich noch irgendwie mit letzter Kraft an Luka vorbei.

Ein kurzer Blick nach hinten zeigte mir: Luka geht den Schlusssprint nicht mit. So lief ich auf den letzten Metern als Sieger durchs Ziel.

Wahnsinn !

 

Im Ziel fragte mich eine Bekannte des Zweitplatzierten, ob ich auch „in diesem Nationalteam“ wäre wie Luka 😀

Diese Frage lasse ich gerne so stehen und verabschiede mich für heute zumindest von euch.

Euer Börns

 

Ligaauftakt beim Quarterman, Germany

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Quarterman Germany: 950 m Schwimmen – 45 km Rad – 10,5 km Laufen

 

Als Vorjahressieger der Gesamtwertung angereist, waren die Erwartungen sehr hoch. Dazu noch war es der erste Wettkampf mit dem dieses Jahr neu gegründeten Triathlonteam des VfL Marburg.

Ein warmer Tag zeichnete sich früh ab, hat mich aber nicht weiter beschäftigt. Ich sollte eines besseren belehrt werden.

Nach solidem Schwimmen ging es Volldampf auf’s Rad. Dort spürte ich das erstmal die Mittagshitze. Wir hatten mit einer Startzeit von 13:10 Uhr natürlich den Jackpot gewonnen, was die max. Hitze des Tages anging.

Auf dem Rad konnte ich schnell Druck machen und einen nach dem anderen überholen. Auch ein Wespenstich an der linken Schläfe bei KM 15 hielt mich nicht davon ab, weiter Vollgas zu geben.

Vom Rad…

So war ich mit dem Radsplit von 1:14 h als erster in der Wechselzone und freute mich auf meine stärkste Disziplin. Nach einem Kilometer auf der schattenfreien Laufstrecke war es mit der Freude wieder vorbei.

Die Beine wollten einfach nicht mehr – ein körperlicher Zustand, den ich so vorher auch noch nie hatte. Denn vom Kopf und Herz-Kreislaufsystem her war ich noch voll leistungsfähig.

Es folgten 10 km reiner Qual und mit jedem km musste ich meine angestrebte Pace von 3:45 min/km nach oben korrigieren. Erst bei ca. 4:10 min. war ich in der Lage durch zulaufen.

Wechsel zu den qualvollen 10,5 km

…direkt auf die Laufstrecke

Motiviert hat mich dann doch noch meine Mannschaft um Marius, Volker, Marcel und Jürgen. Sie machten einen super Job und waren mir auf den Fersen. Daraus schloss ich relativ früh, dass wir auf gutem Kurs waren, mit der Mannschaft auf’s Podest zu kommen. Ich musste also „nur“ irgendwie durchhalten. Dafür nutzte ich jede Verpflegungsstelle ausgiebig. Die Schwämme waren super 🙂 Sowieso war der Wettkampf wieder perfekt durchorganisiert. Danke an die vielen Helfer !

Im Ziel angekommen war ich mit einer Gesamtzeit von 2:14 h etwas frustriert, obwohl ich erster meiner Startgruppe und vierter in der Liga geworden bin.

Warum frustriert? Weil ich 5 min. langsamer war als noch ein Jahr zuvor. Unter Berücksichtigung der ganzen Umstände, sehe ich das Ganze nun, wo ich diesen Beitrag schreibe, schon viel gelassener. Mein Ansporn für die weiteren Rennen hat darunter in keinster Weise gelitten. Ganz im Gegenteil bin ich jetzt noch motivierter und zuversichtlich, mein Potential dieses Jahr noch voll entfalten zu können. Darüberhinaus haben wir beim erstem Ligawettkampf direkt gewonnen und führen damit die Liga an. Richtig tolle Teamleistung !

Mannschaftssieger!!!
(v.l. Volker, ich, Marius, Marcel und Jürgen)

Bis zum nächsten Wettkampf wieder.

 

Euer Bernie

 

Bilder bereitgestellt von Volker Meyer – Optimum Augenoptik

 

Saisonstart mit Hürden

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Fuß will nicht

Ich pausiere nun seit zwei Wochen und musste den Saisonstart in Frankfurt absagen.

Mein erster Halbmarathon sollte direkt eine Ansage für die  FFM Hero Wertung werden.

Sehnenansatz entzündet. Wade rechts

Sehnenansatz entzündet. Wade rechts. Wie ein zweites Sprunggelenk 🙂

Ich hätte sogar starten können und wäre vielleicht sogar in 1:17 h im Ziel gewesen, aber das Risiko war einfach zu groß, dass mir da eine Sehne komplett reißt.

Ich bin ganz froh, dass die Vernunft mich davon abgehalten hat. Meine Freundin Caro hat mich dahingehend auch etwas wachgerüttelt.

Das Risiko und das Kämpfen am Limit wird auf jeden Fall meine Stärke bleiben, aber nicht mehr um jeden Preis.

Das Warten nervt natürlich trotzdem. Gerade jetzt ist die wichtigste Vorbereitungsphase eines Triathleten.

Ab nächster Woche steige ich langsam wieder ins Training ein.

Studium läuft

Wie so viele Triathleten koordiniere ich neben dem Sport ein Studium und mehrere Jobs.

Ich denke, ich habe da eine gute Balance gefunden.

Immerhin hat meine Masterarbeit von der Zwangspause profitiert 😉 Die ist nun so gut wie fertig.

Ab Mai geht’s für ein Jahr in die klinische Tätigkeit. Das Training lässt sich da aber ganz gut integrieren.

So kann ich zum Beispiel mit dem Rad die 40 km zur Arbeit fahren – Schön durch das hessische Hinterland 🙂

Soweit der Plan – wie gut das auch umgesetzt wird, bleibt abzuwarten.

Kein Camp auf Mallorca dieses Jahr

Ich wollte im März unbedingt wieder in den Robinson Club Cala Serena.

Das Trainingslager letztes Jahr war unglaublich schön. Ein kurzer Rückblick

Ganz unabhängig von meiner Verletzung habe ich zu viele Termine im Moment, so dass ich dieses Jahr passen muss.

Mit ganz viel Glück klappt’s Ende April noch. Das ist dann zwar schon kurz vor den ersten Triathlons aber das sollte kein Problem sein.

 

Zusammengefasst ist mein Saisonstart etwas unglücklich verlaufen aber ich bin guter Dinge, dass ich wieder bei dem ein oder anderen Event vorne mitmischen werde.

Stay tuned

 

Bernie

 

Jahresrückblick 2016

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3 x gewonnen, 2 x Totalschaden und ganz viele Wundertüten

– Getreu dem Motto „ANDERS“

Trainingslager Mallorca März/April

Die Saison begann mit einem wunderbaren Trainingslager im Robinson Club Mallorca. Zwei Wochen lang konnte ich mein nagelneues Rennrad ordentlich ausfahren und dabei super nette Leute aus dem Club kennenlernen. Auch war es schön, alte bekannte Gesichter aus Robinsonzeiten wiederzutreffen. Für nächstes Frühjahr habe ich mir fest vorgenommen, wieder dort unterzukommen – aufgrund verschiedener Verpflichtungen steht das jetzt schon allerdings in den Sternen. Es sind immer diese Kompromisse, die man als „Nicht-Profi“ eingehen muss: Priorität I, II oder III. Bei mir kommt es dabei immer zu Verschiebungen der Prioritäten, wenn man Studium, Arbeit und Triathlon unter einen Hut kriegen muss.

Buschhütten Mai

Als ersten Triathlon der Saison wählte ich den Klassiker Buschhütten. Motiviert meldete ich mich im Profifeld, wo auch der später Hawaii-Fünftplatzierte Andi Böcherer startete.

Hier zeigte sich das erste Mal die Wirkung davon, zu hohem Druck mithalten zu wollen. Ich war unkonzentriert und mit der Aufmerksamkeit von Beginn an mehr beim Gegner als bei mir und meiner noch unsauberen Kraultechnik. Schon nach dem Schwimmen war es mein einziges Ziel, nicht Letzter zu werden. Das war für mich persönlich ziemlich enttäuschend. Wenn du weißt, was du kannst aber im entscheidenden Moment einfach nicht in der Lage bist, genau das auch abzurufen. Welchen Nutzen konnte ich daraus überhaupt ziehen?

Von Anspannung noch keine Spur

Von Anspannung noch keine Spur

Zu hoher Anspruch macht mich blind bzw. unaufmerksam für das Wesentliche und das ist bei mir das Kämpfen am Limit. Dieses Limit – das habe ich nun gelernt – hatte ich bis dato überhaupt nicht definiert. Am Limit war ich definitiv, aber das psychophysiologische Erklärungsmodell dahinter erspare ich euch jetzt 😉

Jetzt heißt es Aufstehen und Weitermachen!

 

 

Sub 35

Das erste mal unter 35 min.

Das erste mal unter 35 min.

Das Weitermachen mit noch mehr Antrieb ist mir mit einem Paukenschlag gelungen. Das erste Mal habe ich die 35 Min. auf 10 km unterboten und das schon sehr früh in der Saison. Normalerweise erreiche ich meinen Leistungspeak immer erst Ende Juni, wenn die Hauptwettkampfphase läuft. So allerdings durchbrach ich diese „Mauer“ noch während der Vorbereitungsphase, was mich sehr erstaunt hat. Gleichzeitig hat mir das gezeigt, dass ich noch sehr viel Feuer in den Beinen habe und ich habe mir vorgenommen, in der nächsten Saison nochmal auf den Sprint – und Kurzdistanzen inkl. Läufen anzugreifen. 

Zeitungsbericht im Hanauer Anzeiger

Zeitungsbericht im Hanauer Anzeiger vom 20/Juni/2016

Quarterman Sieg Juni

Der nächste Knaller kam schon kurze Zeit später. Beim Quarterman in der Nähe von Frankfurt konnte ich vor „vereinsheimischer Kulisse“ meinen ersten Gesamtsieg eines Triathlons einfahren. Das war schon ein ganz besonderes Gefühl, das mir keiner mehr nehmen kann. Ich bin gespannt, wie es 2017 laufen wird. Viele starke Triathleten haben sich angekündigt und die hessischen Triathlonligen sind ebenfalls vertreten. Ich werde wieder dabei sein, um meinen Titel zu verteidigen!

Badehosen-Story

Eine meiner typischen Bernie-Aktionen darf ich euch nicht vorenthalten. Für das Schwimmtraining bin ich diese Saison immer nach Gießen gefahren. So war es naheliegend, aus dem Radeln und Schwimmen eine Koppeleinheit zu machen. Das bedeutet, es werden zwei der drei Disziplinen direkt im Anschluss aneinander trainiert. In diesem Fall also Radfahren → Schwimmen → Radfahren. Das hat auch alles super geklappt – bis auf das Verstauen der nassen Badehose nach dem Schwimmen. So kam ich auf die grandiose Idee die Badehose um meine Trinkflasche zu wickeln und in den Getränkehalter zu stopfen. Nach nur 500 m (natürlich mit Vollgas im Wettkampfmodus) rutschte die Badehose aus dem Halter direkt ins darunterliegende Kettenblatt und nach einer halben Umdrehung weiter bis zum Ritzelpaket. Das hat dann erst einmal 10 min. gedauert, die Badehose aus der Kette wieder heraus zu fummeln. Die Koppeleinheit war damit zu Ende.

CTW

Das letzte Wettkampfwochenende der Saison sollte nochmal turbolent werden. Geplant war für Samstag die olympische Distanz in meiner wahren Heimat beim Cologne Triathlon Weekend und einen Tag später das Ligafinale in Baunatal (irgendwo in Nordhessen). Eine Woche vorher zog ich mir eine Schnittwunde an einer etwas unglücklichen Stelle direkt unter dem Fuß zu. Leider entzündete sich diese während des Wettkampfes in Köln, wodurch dieser mit jedem Schritt zu einer reinen Qual wurde. Da half mir meine Größe und die damit einhergehenden reduzierten Bodenkontakte auch nicht mehr weiter. Viel schlimmer noch war meine verletzungsbedingte Absage einen Tag später für das Ligateam. Denn auch ein anderes Teammitglied sagte zeitgleich ab und somit konnten wir keine Wertungspunkte an dem Tag kassieren. Der Abstieg aus der Regionalliga war vorprogrammiert – nicht zuletzt wegen noch hinzukommenden Missverständnissen. Das war sehr schade und ich bedauere sehr, dass ich einen Anteil an dem misslungen letzten Ligawettkampf trage.

Happy End

Optimum in der ersten Reihe

Silvesterlauf zum Abschluss einer turbolenten Saison. Optimum in der ersten Reihe. Foto: Volker Meyer

Ein Happy End war dann doch noch der souveräne Gesamtsieg des Stadtlaufs in meiner Studentenstadt Marburg. Ein Surprising End folgte schlussendlich auch noch mit einem spontanen Start beim Silvesterlauf in Rodenbach am 31.12.2016. Aus dem Krafttraining heraus so spät im Jahr noch einen 10er zu laufen bringt ungefähr so viel wie Zähneputzen ohne Zahnbürste. Es war trotzdem ein gelungener Lauf unter harten Bedingungen (Minusgrade & anspruchsvolle Waldstrecke mit zwei extremen Anstiegen) und einem zweiten Platz in meiner Altersklasse.

Ergebnisse 2016

Das Jahr steckte rundum voller Erfolge und Überraschungen. Stolz bin ich vor allem auf die sub 35 min. beim 10 KM Lauf in Frankfurt. Das war zu 100% mein Verdienst und zu wissen, dass ich eigene Grenzen überwinden kann, löst ein sehr gutes Gefühl aus. So schließe ich das Jahr mit dem passenden Zitat ab: Gefühl von Grenze darf nicht heißen „Hier bist du zu Ende“, sondern „Hier musst du noch wachsen!“ (Emil Gött) und leite das neue Jahr mit Spannung, Feuer und vielen weiteren Wundertüten ein.

Fahrplan 2017

Das neue Jahr hat begonnen und die ersten Ziele sind gesetzt. Meine Spritzigkeit bzw. Schnelligkeit soll dieses Jahr beim Frankfurt Hero unter Beweis gestellt werden: Ein mehrteiliges Rennformat bestehend aus dem Halbmarathon Frankfurt, dem Radrennen Frankfurt-Eschborn und dem Frankfurt City Triathlon. Auf diese drei Rennen lege ich meinen Trainingsplan aus, hat also Priorität I. Weiterhin großes Tennis wird mich beim Quarterman 2017 erwarten. Alles weitere halte ich mir momentan noch offen. Es werden viele Läufe und noch die ein oder andere Sprint- und/oder Kurzdistanz folgen (Termine). Das mit den Prioritäten wird sich im Verlauf der Saison ohnehin mehrmals verändern, wie ich eingangs beschrieben habe.