Saisonabschluss zwischen Stolz und Schmerz

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Cologne Triathlon Weekend, Olympisch, 03.09.2016

Sehr motiviert und sogar teilweise erholt sollte es ein sehr action-geladener Abschluss dieser Saison werden mit dem Köln Triathlon am Samstag und dem Regionalliga Team-Wettkampf am Sonntag.
Die Action ist bei mir ja immer vorprogrammiert, die Überraschungen auch. Was an diesem Wochenende aber alles schief ging, will ich euch nicht vorenthalten – den unter Schmerzen erkämpften 10. Platz aber auch nicht !

Der Rudensee als Auslöser

ein Schritt zu viel!

ein Schritt zu viel!

Es begann alles völlig harmlos mit einem Sprung in den Gletscher See beim Abstieg der Roten Wand (ca. 2700 m Höhe).
Ich war der messerspitzen Felsbrocken im See natürlich [nicht] bewusst, und zog mir eine Schnittwunde unter dem re. Fuß zu. Halb so wild, Tape drum, weiter geht‘s !
Wir hatten schließlich noch 2 Stunden Abstieg vor uns…Auch zwei Trainingseinheiten im Laufschuh in der Woche vor dem Köln Triathlon liefen noch gut.

Home ist, wo der Dom ist

Start

Start

Ausgerüstet mit Tape ging es nach Köln. Ich hatte dieses Mal eine besondere Wechselzone mit Tapestreifen vorbereitet, die ich nach dem Schwimmen erst anbringen wollte.
Der Wettkampf: 1,5 km Schwimmen, 40 km Rad, 10 km Laufen.
Ein Highlight vor der Katastrophe (ich hoffe mir gelingt der Spannungsaufbau innerhalb dieses Beitrages?!?), war die Schwimmzeit mit 24:35 min.

Die 25 min. versuche ich schon so lange zu knacken, wie das Eichhörnchen aus Ice Age seine Nuss.
scrat-7914Neoprenanzug und Regattabahn halfen mir dabei selbstverständlich nur marginal 😉
In der Wechselzone warteten schon meine Tapesteifen auf mich. Irgendwie habe ich es allerdings geschafft, dass die Tapestreifen nach dem Ausziehen des Neos an genau diesem festklebten und nicht unter meinem Fuß. Ziemlich doof in dem Moment, wo es doch besonders schnell gehen soll. Also die Zeit, die ich beim Schwimmen gut machte, verlor ich durch Rumtüddeln in der Wechselzone.
Das Radfahren wiederum war super. Mit 39er-Schnitt fegte ich über den Asphalt. Vor mir, hinter mir, neben mir und über mir wurden blaue Karten verteilt ohne Ende. Blaue Karte steht wahrscheinlich für hochqualifizierte Triathleten, denen ein legaler Aufenthalt in der EU angeboten wird. Nun, mir blieb dieses Privileg, das man nur in Verbindung mit einer Zeitstrafe erhält verwehrt. Glück im Spiel, Pech im Fuß.

The Mental Game

Denn schon der erste Schritt im Laufschuh kündigte einen Kampf gegen Schmerz und Hitze an. Hitze? Gar kein Thema!
Schmerz? Auch kein Thema für mich! Zeichnet mich doch genau diese Fähigkeit des Beißens und Kämpfens jenseits der Schmerzgrenze aus. So begann ich auf Zehenspitzen zu laufen, um den Mittelfuß zu entlasten. Dementsprechend war meine Muskulatur nach ca. 3 km (von 10!!!) erschöpft. Adrenalin? Endorphin? Selbst meine beiden endogenen Freunde konnten dem pochenden Schmerz im re. Fuß nichts aussetzen.
Jetzt begann das „Mental Game“, wie Macca es in seinem Buch beschreibt (sehr zu empfehlen!). Ich probierte es mit Konfrontation: Ein wirksames Werkzeug, dass ich eigentlich in meiner Arbeit als Sportpsychologe mit Athleten und Klienten einsetze. Dass es mir selbst in der stressreichen Situation half, den Schmerz mit Stolz zu überlagern, bestätigt nicht nur meinen Kämpferwillen, sondern auch die Effektivität meiner Arbeit. So überstand ich KM 3 bis 8. Muskulär war dann einfach Schluss. Ich wollte nur noch umkippen, als mir ein Zuschauer zuschrie, dass ich auf Platz 10 war. Ich ersetzte den Wunsch „Umkippen“ mit „Platz 10 halten um jeden Preis“ und kämpfte mich mit einer 4:30er Pace (sonst: 3:40er) ins Ziel. Der Mind-Set hat funktioniert!

Der Kampf ist weniger sichtbar als hörbar :-/

Mit 8 sek. Vorsprung konnte ich den zehnten Platz gerade so verteidigen. Dass ich zusätzlich zweiter in meiner Altersklasse wurde, ging bei der notärztlichen Versorgung im Ziel völlig unter, genauso wie die überraschende Vorwahl in McPom. Die anfangs so unscheinbare Verletzung hatte sich entzündet. An einen Start einen Tag später für das Triathlon Team Gießen war gar nicht mehr zu denken. Aufgrund mehrere Umstände stieg die erste Mannschaft leider einen Tag später aus der Regionalliga ab. In dem Zusammenhang war auch ich mit Vorwürfen konfrontiert, so dass ich notwendige Konsequenzen daraus ziehe. Im Sinne des Teams hätte ich mir ein anderes Ende gewünscht.
Abschließend zu meiner Verletzung:
Die heilt wieder! Was bleibt, ist der Stolz und die mentale Stärke.
Ich denke genau diesen Zweck erfüllt der Sport Triathlon: Das Testen der mentalen Stärke. Es geht letztlich darum Herausforderungen anzunehmen und Hindernisse zu überwinden.

Den nimmt mir keiner !

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Quarterman Germany 2016

27746990526_323b8291d6_zMit Supportteam (Johanna, Caro und Torben), dem ganzen Tria-Team Bruchköbel im Rücken und Volker von Optimum Sportbrillen  reiste ich top motiviert zum Quarterman Germany. Kaum angekommen wurde schon von allen Seiten um ein Kopf an Kopf Rennen zwischen Jannik Trunk und mir spekuliert: der Vorjahreszweite gegen den Vorjahresdritten. Der Rennverlauf sollte ganz anders erfolgen.

27781395315_9641236314_zSchwimmen

Schon zu Beginn zeichnete sich ab, dass ich mein angepeiltes Tempo (1:30 min./100m) nicht halten kann. Etwas dumm bin ich die ersten 300 m viel zu schnell angeschwommen, um in Janniks Wasserschatten zu bleiben. Als die Vernunft dann zurückkam war es schon zu spät und ich musste das Tempo – wiedermal bedingt durch fehlenden Fokus auf meine Schwimmtechnik – ordentlich drosseln.

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Erste Bahn im Gleichschritt mit Jannik (Jannik rechts, Ich links)

Rad

27170683763_8e3747f038Mit 70 sek. Rückstand auf die Führungsgruppe um Jannik und andere unbekannte Gestalten, wechselte ich auf’s Rad. Die unbekannten Gestalten, wie sich später rausstellte, waren totale Kanonen auf dem Rad. Einer fuhr einen 2 min. Vorsprung raus und ein anderer sogar sage und schreibe 6 min. Als Markus mir jede Runde (4 insgesamt) die Zwischenzeiten zubrüllte, konnte ich das nicht fassen, dass bei dem Tempo der Vorsprung jede Runde um 2 min. zunahm. Also jede Attacke zwecklos. Jannik fiel etwas zurück, startete dann aber beim Laufen seinen Turbo.

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Startnummer abgerissen?!?

Laufen

Als Dritter ging’s in den abschließenden 10,5 km Lauf. Einen Podestplatz habe ich mir damit schon ausgerechnet, blieb aber bescheiden, weil mir mein eigenes Tempo wichtiger war als eine Platzierung (Interessanterweise gelingt mir das Fokussieren beim Laufen wesentlich besser als beim Schwimmen). Zumal ich die beiden unbekannten Kanonen vor mir sowieso nicht erkannt hätte, wenn ich sie überholen sollte 😀 Jetzt standen aber Max und Marcel an der Laufstrecke und fütterten mich nahezu im Minutentakt mit den aktuellen Rückständen zum Ersten und Zweiten. Es stellte sich heraus, dass die beiden da genau richtig standen 😉 Denn plötzlich drehte sich das Spiel komplett um 180 Grad: Den Zweiten habe ich irgendwann schon bei KM 2 überholt ohne, dass ich das mitbekommen habe, der Abstand zum Ersten sprang von 6 auf 3 min, von 3 min. auf 40 sek. und auf einmal war das mit den persönlichen Leistungszielen, Fokus und so völlig außen vor. Den Blick auf die

Kratzen?

Kratzen?!?

Uhr gab’s nicht mehr. Jetzt hatte ich Blut geleckt und wollte das Ding nach Hause fahren. Gleichzeitig drückte Jannik ganz schön auf die Tube. Man sah es an seiner hervorragenden Lauftechnik. Man sah es vor allem immer wieder, weil die Laufstrecke mit Wendepunkten zwei Mal durchlaufen wurde. In anderen Worten: Man begegnet sich mehrmals während den 10,5 km.

Zurück zum Rennen: Erst bei KM 9 konnte ich den Führenden vor mir erkennen und wusste, dass ich den noch kriegen konnte. Wie immer, aber dieses Mal besonders stark, erhöhte ich das Tempo auf dem letzten KM und zog vorbei an Michael Herberger. Ich lief sogar noch einen kleinen Vorsprung raus. Erst beim Zieleinlauf und so halb wahrnehmend „Und hier kommt der Sieger des Quarterman 2016“ war mir klar: Der Sieger bist du!

Ein Wahnsinnsgefühl und ich freue mich total darüber. Nachdem ich erfuhr, dass Michael wegen Seitenstechen Gehpausen einlegen musste, dachte ich schon einen Moment lang, er hätte den Sieg eigentlich mehr verdient gehabt als ich. Zumal ich zur Zeit aufgrund mehrerer Jobs und Studium überhaupt nicht vernünftig trainieren kann und meine Gesamtzeit (2:09 h) die letzten beiden Jahre besser war. Bei mir hat an diesem Tag einfach alles trotz der widrigen Wetterumstände und der sumpfigen Laufstrecke gepasst. Ich bin somit zufrieden und den Sieg – ob verdient oder nicht – kann mir keiner mehr nehmen.

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Danke an alle QM-Helfer!!!

Danke an den tollen Support an der Strecke, im Ziel und nicht zu vergessen am Vortag, wo viele fleißige Helfer die Rad- und Laufstrecke noch freigeschaufelt haben vom ganzen Schlamm. Ohne euch hätte der QM 2016 gar nicht oder nur in abgespeckter Form (s. Heilbronn, Luxemburg etc.) stattfinden können.

Es geht immer weiter Bergauf mit Bernie 🙂

Turbowoche – Ein Einblick in den etwas anderen Weg auf meiner Road

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Sonntag, 22.05.2016

Sprint Triathlon Fritzlar

Ein zufriedener 4. Platz beim Triathlon Fritzlar und eine perfekte Teamleistung meines Triathlon Team Gießen zum 2. Platz.

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Sprintdistanz 1:08:50 h (durchschnittlicher Puls: 179)

Montag, 23.05.2016

Schwimmtraining Gießen

Umfangreiches Grundlagentraining und viiiieeeel Technikanalyse.

Gesamt: 3,4 km

Dienstag, 24.05.2016

Athletiktraining

Ich versuche 1x/Woche eine Krafttrainingseinheit einzustreuen. (Eine aktuelle Studie aus Frankreich hat gezeigt: Eine aufgebaute Rumpfstabilität aus dem Winter kann während der Wettkampfphase schon durch eine kompensierende Einheit/Woche aufrecht erhalten werden)

ext. Dauerlauf

9 km (5:30er Schnitt)

Mittwoch, 25.05.2016

80 km Rad (+1200m Hm)

Durchs bergige Siegerland nach Hause zu fahren hat gut geklappt.

Super Kraftausdauertraining für den Quarterman 2016

Schwimmtechniktraining mit Jürgen (ca. 1,5 km)

Bester Techniktrainer, den es gibt. Meine Kraultechnik hat sich seit der Zusammenarbeit enorm verbessert.

Zwei Zitate von ihm: „Wasserlage vor Antrieb“, „Rotation ist der Schlüssel zum Erfolg“.IMG_7271

Donnerstag, 26.05.2016

100 km (+1000 Hm)

Versuch gescheitert, von meinem Heimatort Siegburg in meine Studentenstadt Marburg zu rollen. Grund: Nein, es war nicht die lange Strecke, sondern die Dunkelheit, die mir einen Strich durch die Rechnung machte. So musste ich ab Herborn mit der Bahn das letzte Stück fahren. Immerhin durchquerte ich drei Bundesländer: NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen. 🙂

Unbenannt

Freitag, 27.05.2016

Behringlauf, 6 km Wettkampf mit Heimvorteil

Mit richtig schweren Beinen aufgrund des Trainings der Vortage (s.o.) sollte der flache Rundkurs entlang der Lahn sehr flott werden. Dass der erste Platz trotz der Umstände dabei herumkam, freut mich umso mehr. Mit 3:26 min/km konnte ich kurz vor dem Ziel noch Lars Siegmund einholen, der bisher immer schneller war als ich – egal bei welchem Lauf.

Samstag, 28.05.2016

IKEA + Hessentag 😀

Aus dem eigentlichen Regenerationstag wurde spontan ein Tagesausflug zu Ikea in Siegen. Ein kurzes Déjà-vu als ich die HTS überquerte… 😀

Auf dem Rückweg noch ein Boxenstopp auf dem jährlich stattfindenden Hessentag. Aber nun wieder zurück zum Sport

Sonntag, 29.05.2016

Sportscheck Stadtlauf in Frankfurt in neuer Bestzeit

Mit noch schwereren Beinen als noch am Freitag sollten die 10 km durch die Frankfurter Innenstadt, entland der Skyline, wieder genauso schnell werden.

Das Tempo war hoch, das Starterfeld für mich total fremd und der Kurs auch nicht ganz klar. Schnell hatte sich eine Gruppe von drei Leuten vor mir distanziert. UnbenanntDa war keine Chance dran zu bleiben. Zu dem Zeitpunkt war ich schon schneller als ich wollte (ca. 3:20 min./km). Kaum im Tunnel – ähnlich einem sog. Runner’s High – angekommen, waren die brennenden Waden nicht mehr zu spüren. Puls habe ich in solch schnellen Rennen nicht dabei – wollte aber mal wissen, wie sich die Vorbelastung der vergangenen Woche (s.o.) auf meine Pulsbereiche auswirkt. Bei KM 4 zog die führende Frau (Laura Chacon Biebach) plötzlich an mir vorbei und auf einmal war der Tunnel weg, weil ich von ihrer Leistung so beeindruckt war . Ich gab alles, an ihr dran zu bleiben und ignorierte nun sogar meine Pace (< 3:30min./km war der Plan).

Also auf ging’s in einen neuen Tunnel. Wie in Trance begann ich zu fliegen. Ein unglaubliches Gefühl. Jetzt war ich in einem tatsächlichen Runner’s High – einem Phänomen, dem ich im Rahmen einer Hausarbeit mal genauer nachgegangen bin…faszinierend !

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Es half mir, die magische 35:00 min.-Mauer zu durchbrechen, an der ich schon so lange knabberte.

 

10 km in 34:56 min. (durchschnittlicher Puls:184, ziemlich exakt an meiner anaeroben Schwelle)

Platz 4 von 813 Teilnehmern

 

 

Zusammengefasst eine absolute Knallerwoche. Gesamter Kalorienverbrauch in der Woche : 10000 kcal. Das entspricht in etwa dem Energieverbauch während eines gesamten Iron Mans. Dass es mir ausgerechnet nach solch einer Turbowoche gelingen würde, die 35 min.-Marke zu knacken, verstehe ich zwar bis heute nicht, passt aber zu meinem Motto: anders.

 

 

Wieder auf der Spur

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Sprint Triathlon Fritzlar (750m – 20km – 5 km)

fokussiert, 3 min. schneller, super Teamergebnis

Nachdem ich in Buschhütten vor zwei Wochen noch nicht zeigen konnte, wo die Reise hingehen soll, gelang mir das schon wesentlich besser beim ersten Ligawettkampf für meinen neuen Verein Triathlon Team Gießen.

Kurz zur Erklärung eines Liga Triathlons:

Es treten für jeden Verein fünf Athleten an und die ersten vier jeder Mannschaft kommen in eine Mannschaftswertung, in der Punkte vergeben werden – ähnlich der Bundesliga, unähnlich der Spieltage…Hat eine Bundesliga 34 Spieltage, sind es in den Triathlon Ligen 4-5/Saison.

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Letztes Loading vor dem Start

In starker Besetzung fuhren wir nach Fritzlar (irgendwo im hessischen Hinterland), wo ich letztes Jahr auch schon startete. Anders als in Buschhütten fand ich sofort in mein Rennen und habe mich kaum ablenken lassen von der Konkurrenz. Mit der Schwimmzeit zwar noch knapp verfehlt, konnte ich vor allem auf dem anspruchsvollen Radkurs überzeugen. So langsam gewöhnt sich mein langer Körper an die kompakte Zeitfahrposition.

Beim Laufen konnte ich nach Dennis (ebenfalls Team Gießen) die zweitschnellste Zeit verbuchen und weiß auch hier, dass da noch mehr geht. Der 4. Platz sollte also an mich gehen. Plätze 3 – 1 gingen an ausgebüchste Bundesliga- und Regionalligastarter. Eines meiner Ziele ist in Reichweite…

Völlig überraschend war der 2. Platz für unsere Mannschaft. So überraschend, dass keiner mehr von uns zur Siegerehrung vor Ort war 😛

Glückwunsch auch an die Jungs aus Bruchköbel, mit denen ich die letzten Saisons startete.

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Im Ziel wieder vereint

Entscheidender als der Platz ist für mich die Zeit:

Insgesamt bin ich 3 min. schneller als letztes Jahr. Auf der kurzen Strecke ist das schon eine ganze Menge, was mich sehr stolz macht.

Mein akzentuiertes Training funktioniert. (Dazu später mehr!)

Jetzt freue ich mich auf den nächsten Ligawettkampf in Darmstadt. Vorher folgen noch 2 Läufe in 3 Tagen (!) und ein eingeschobener Radversuch von zu Hause (Seelscheid) in meine Unistadt Marburg (!!). Nach den Gewaltstrecken auf Mallorca wird mir das gelingen.

 

In diesem Sinne auch euch weiterhin gutes Gelingen.

Bernie

Der Vergleich mit den Profis wurde zum Kampf gegen mich selbst

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„Your body drives you to the line but your mind makes you cross it“

– Sebastian Kienle

 

Buschhütten Kurztriathlon (1-40-10)

Startgruppe mit 53 Profis, Halbprofis und mir 🙂

Wie formuliert man einen Bericht über einen völlig verkorksten Saisonstart so, dass er spannend und humorvoll bleibt?

Genau hier liegt dieses Mal mein Problem. Bisher konnte ich über meine schusseligen Fehler lachen. Auf meinen chaotischen Lebensstil war stets Verlass. So wie beispielsweise letztes Jahr in Griesheim.

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In Buschhütten sollte alles anders kommen…

Pünktlich am Start, viele Bekannte Gesichter meines ehemaligen Kölner Vereins wieder getroffen, top Wetter, neues Material und dann die ganzen Profis.

 

 

 

 

 

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Buschhütten ist bekannt für seine professionelle Ausrichtung mit Bundesliga-Teams und Ironman-Berühmtheiten.

So war z.B. Andreas Raelert am Start. Konstant über drei bis vier Jahre bester Triathlet und Weltrekordhalter auf der Langdistanz.

 

Andi erstmal erklären wie das geht 😉

 

Startschuss !

Mein Plan war 15 Min. Schwimmen, 60 Min. Radeln und 36 Min. Laufen.

Mein Plan war Vollgas.

Mein Plan war realistisch
Mein Plan hielt 200 m 😀

IMG_7044Die restlichen 0,8 km im Wasser, 40 km auf’m Rad und 10 km im Laufschuh wurden zu einer Qual der unangenehmsten Art: Der gedanklich-unfokussierten Art.

 

Normalerweise ist meine Schmerzgrenze im Wettkampf immer komplett ausgeschaltet. In anderen Worten: Ich bin sehr gut darin, mich selber zu treten und immer noch einen draufzusetzen.

Weg vom Schwimmbad zum Rad

 

 

Was ging schief?

1.) Ablenkung deluxe

Ich war von Anfang an damit beschäftigt, den Anschluss zum Rest nicht zu verpassen.

Sehr früh stellte ich fest, dass es ein Rennen um den Titel „Last out of water“ zwischen Fabian und mir wird (zumindest im Wasser). Es war mir unerklärlicherweise wichtiger, diesen Titel nicht zu tragen, als mich auf meine Schwimmtechnik zu konzentrieren. Hier habe ich in den letzten Wochen so viel neuen Input von meinem Schwimmtrainer Jürgen bekommen und bin wirklich schneller geworden. Automatisiert war vieles davon leider noch nicht und bedurfte eigentlich meiner vollen Aufmerksamkeit. Fabian – ebenfalls nicht sehr interessiert an dem Titel – zog am Ende echt gut an und war schließlich 20 Sek. vor mir aus dem Wasser.

 

IMG_7031Viel schlimmer: Ich blieb 1:30 min. hinter meiner Zielzeit.

Noch viel schlimmer: Auf dem Rad ging das Orientieren und Suchen nach der Konkurrenz weiter.

Noch viel, viel schlimmer: Auf der Laufstrecke war dann nichts mehr drinnen – und zwar im Kopf. Ich konnte diese Schmerzgrenze einfach nicht ausschalten und dümpelte mit einem 4er-Schnitt (40 Min. auf die 10 km) da nur noch so rum.

 

 

 

Laufrunde 6,7 oder 8?

2.) Koppeleinheiten: Mangelware

Aufgrund verschiedener zeitlicher Umstände konnte ich kein Koppeltraining durchführen. Koppeln bedeutet, dass zwei der drei Disziplinen hintereinander trainiert werden. Es fehlte also die körperliche Umstellungsfähigkeit vom Schwimmen auf’s Rad und vom Rad auf’s Laufen. Zweiteres mündet direkt in das dritte Problem…

 

3.) Radposition: In Bernie-Manier vergessen

Um den Bogen zu schließen fehlte es auch hier nicht an schusseligen Fehlern. Ich vergaß total, den Triathlon-Aufleger zu bestellen und musste das somit in der Woche vor dem WK erledigen. Dass dadurch keine Zeit mehr blieb, die neue Position vernünftig von Delta Bike messen zu lassen, stand auch fest.

Also Lenker verstellt, Sattel verstellt, alles verstellt.

Das wurde mir auf dem Rundkurs auf der HTS (Autobahn durchs Siegerland) zum Verhängnis. Die Radstrecke war verdammt schnell und ging nur geradeaus. Also perfekt geeignet für die Zeitfahrposition, die nur mit Aufleger funktioniert. So stieg ich entsprechend eingerostet und verspannt vom Rad und das sollte auch so bleiben. Yoga sei dank, bin ich insgesamt etwas beweglicher geworden. Haha, an dieser Stelle könnte ich direkt den nächsten Vergleich starten… 😀

sieht nicht schnell aus – war es auch nicht 😛

 

Also zusammengefasst war die Ablenkung und die schlechte unspezifische Vorbereitung für Buschhütten dafür verantwortlich, dass ich weit hinter meinen Möglichkeiten und Erwartungen ins Ziel kam.

Endzeit: 2:01 h.

Und welche Schlüsse ziehe ich nun daraus?

Der Umgang mit Drucksituationen beginnt mit der Erfahrung an sich. Sich dem Druck aussetzen und weiter sein eigenes Ding durchziehen, das ist mein neues Trainingsziel, damit so etwas nicht mehr passiert. Hinfallen, um zu wissen, wie man aufsteht, hat schon vielen geholfen.

Andre Agassi brachte die Enttäuschung ganz gut auf den Punkt:

Ein Sieg ist nur halb so schön wie eine Niederlage zerschmetternd ist“

 

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Sieger (Andreas Böcherer) und Verlierer (Lachen ging doch wieder 🙂 )

 

12 km swim, 776 km bike, 28 km run

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Neue Dimensionen auf dem Rad erreicht, bestes Essen genossen, tolle Leute kennen gelernt.

Zwei Wochen Trainingslager sind vorbei !

Die Zeit verging so rasend schnell wie die Abfahrten von gigantisch schönen Bergen auf Mallorca.

Trotz zweier starker Regentage konnte ich in der ersten Woche mein Training noch voll nach Plan einhalten. Mit zunehmendem Umfang auf dem Rad schrumpfte allerdings der Lauf- und Schwimmanteil in der zweiten Woche. Das war jedoch richtig so und die simple Umfangssteigerung um 1 Stunde je Radeinheit funktionierte.

Die Wassertemperatur im Meer (15,9 °C) und im Pool (17 °C) habe ich mir etwas anders vorgestellt. Ich konnte für die Schwimmeinheiten zwar gut auf das naheliegende öffentliche Hallenbad ausweichen, aber ich dachte mir, wenn wir schon einen eigenen Pool haben, muss man da auch hinein. Wahrscheinlich kommt daher der Schnupfen !

Schöne Laufstrecken habe ich nur eine gefunden. Das fand ich anfangs schade, war aber ab der 2. Woche sowieso egal. 😛

 

Einen ganzen Tag auf dem Rad!

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Königsetappe mit Begleitschutz bis Manacor (1). Ich war froh, dass mich das erste Stück noch ein 11 – facher Ironman Finisher begleitete.

 

Die selbsternannte Königsetappe von 188 km und mit einer Nettofahrzeit von 7:30 h sprengte alles, was ich bisher auf dem Rad bisher überhaupt für möglich hielt. Dazu sei gesagt, dass ich mich vier Jahre lang nur auf den kurzen Strecken orientiert habe und mit ~ 40 km/h Durchschnittsgeschwindigkeiten in den Wettkämpfen immer mehr als zufrieden war. 

 

International Triathlon Porto Collom

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Der Sieger aus Schweden (Name zu kompliziert)

Ich habe lange überlegt spontan beim International Triathlon Porto Collom zu starten. Wieso?

Na einfach, weil er genau während meines Trainingslagers nur zehn Kilometer entfernt stattfand! Das war jedoch gleichzeitig das Problem: Aus einem Trainingslager mit hohen Umfängen heraus einen Triathlon zu bestreiten, ist nicht die cleverste Idee. Aber alleine schon nach meinem Motto („ANDERS“) hätte ich das machen müssen und war tatsächlich kurz davor. 😉 So war ich ausnahmsweise mal vernünftig und überließ das Rennen einem Kumpel und einem Trainer aus dem Club.

 

TIMG_6531olles Event … ein kurzes Gespräch mit dem Veranstalter … nächstes Jahr bin ich dabei! 😀

 

 

 

 

Blaues Meer, mildes Klima, versteckte Finca Straßen

Landschaftlich ist Mallorca atemberaubend. Vor allem, wenn man mit dem Rad unterwegs ist, entdeckt man Ecken, die den üblichen Touristen meist verborgen bleiben.

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Geheimtipp: Betlem, i.d.N. von Artá

Hotspots / Klassiker, die ich in den zwei Wochen geschafft habe:

  • Kloster Luc
  • Ironman 70.3 Mallorca Radstrecke
  • San Salvador
  • Randa
  • Beltem
  • Petra (ohne Kuchen leider)

 

Ich muss einfach nochmal das reichhaltige Essen hervorheben. Es war teilweise gar nicht so einfach meinen Energieumsatz (durchschnittlich 5500 kcal/Tag!!!) zu decken, umso dankbarer war ich für die nahezu ständige Versorgung mit hochwertigem Essen.

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Gebackener Ziegenkäse mit Tunfischsalat                                    …nach dem Training 😉

 

Casa del Rafael Nadal

Einen Hotspot habe ich ganz vergessen: Rafael Nadal mal Hallo sagen. 🙂

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Casa del Rafael Nadal, Porto Christo

Für Triathleten nicht so spannend, für mich als leidenschaftlichen Tennisspieler und mit seinem Langzeitkonkurrent Rodger Federer als mein Vorbild aber schon einen Abstecher wert. Ok, zugegebenermaßen habe ich mir von seinem Anwesen auch mehr erhofft. Die Nachbarn bestätigten mir aber, dass Rafa seine Privatsphäre sehr schütze. Mal eben so klingeln und Hallo sagen war also nicht. 😀

Fazit

Fazit der letzten beiden Wochen:

Es war viel mehr als nur ein Trainingslager, dank des wunderschönen Robinson Clubs Cala Serena, den coolen Leuten vor Ort und dem Equipment meiner Sponsoren.

Ich komme wieder – keine Frage !

Motivierter denn je freue ich mich auf die Saison 2016.

Bergauf mit Bernie

 

Super schöner Club & perfekte Trainingsbedingungen

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Erstmal ankommen, Fahrrad aufbauen, Lage sondieren.

Ich war ganz überrascht, an alles gedacht zu haben, um das Rad auch wieder aufzubauen. Aber wer testet denn eine kleine Pumpe vor dem ersten Einsatz? Ich auf jeden Fall schon mal nicht. Es dauerte erst mal bis ich das Ding überhaupt kapiert habe. Mehr als 2 Bar wurden es dann aber einfach nicht im Reifen. Zur Info: Bei einem Rennrad und meinem Gewicht müssen ca. 7-8 Bar da reingepresst werden. Also ziemlich blöde Situation.

Mein Glück direkt am ersten Tag war die clubeigene Bike Station von Canyon. Mit Kompressor war das Problem innerhalb von 10 sek. gelöst.

 

Nun, zum schöneren Teil dieses Berichts.

Der Robinson Club Cala Serena ist der Wahnsinn.

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Es fehlt einfach an nix.

Nur um mal ein Paar Details zu nennen:

– Vollpension deluxe. Den ganzen Tag frisches Obst, Gemüse und Fisch. Abends noch Front Cooking und unwiderstehliche Nachtische.

– 25 m Sportbecken. Verdammt kalt für längere Einheiten. Direkte Lösung ist das Hallenbad 2 km entfernt.

– Alternativen bei schlechtem Wetter: Spinningkurse, Yoga, Kraftraum

– und mein absoluter Lieblingsort zum Entspannen: der Wellness Bereich.

 

Besser kann ein Trainingslager nicht umgesetzt werden.

 

Zum Training:

Klarer Trainingsschwerpunkt liegt beim Rad Fahren. Wenn ich mir die heutige Ausfahrt so angucke, stelle ich fest, dass ich kreuz und quer rumgegurkt bin.

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Das gute ohne Plan zu radeln ist, dass man sich nicht verfahren kann 😉

Das Kilometer zählen ist auch nicht mein Ding. Ich fahre einfach jeden Tag eine Stunde länger.

Tag 1: 1 Stunde, Tag 2: Stunden, Tag 14: 14 Stunden.

Ja ne nicht ganz. Je länger die Strecke, desto länger die Pause. Aber vielleicht schaffe ich ja eine 7 h Tour, denn es gibt ein Paar Hot Spots weiter entfernt.

Im Wasser setze ich fleißig die Instruktionen und technischen Neuerungen von Jürgen um. Danke für deine Hilfe! Bin guter Dinge, endlich solide Zwischenzeiten nach dem Schwimmen zu schaffen, damit ich den Abstand zur Spitze schneller zufahren kann.

Laufen läuft wie immer gut. Prognosen sind noch zu früh. Der überraschend gute 5 km Lauf in Gießen aus den Kraftwochen heraus motiviert mich allerdings schon sehr für den 10er in Nidderau am 16.04.

Feeling grateful.

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Bergauf mit Bernie aus Mallorca

 

Bernies Road, Der etwas andere Weg zum Erfolg

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Naja, Erfolg ist immer relativ und subjektiv, manchmal auch einfach im konjunktiv.

Was Erfolg als Triathlet, Student und Coach für mich bedeutet, werdet ihr ab sofort aus sportlicher Sicht und teilweise auch aus persönlicher Sicht mitverfolgen können.

Meine Ziele sind hoch gesteckt und tatsächlich weiß ich bisher eines ganz sicher:

Ich will nach Hawaii !!! Und zwar überraschender als so mancher denken mag.

Wieso Hawaii?

Wenn es einen Triathlon gibt, über den in der Szene als auch im TV berichtet wird, dann ist es die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii. Nicht zuletzt befeuert durch die Deutschen Sieger der letzten beiden Jahre (Jan Frodeno, Sebastian Kienle)

Das Event und die Atmosphäre lassen sich beschreiben wie die olympischen Spiele für Olympioniken – behaupte ich jetzt einfach mal ohne mein Halbwissen.

Gut, dass meine momentan stärkste Wettkampfdistanz die olympische ist (1,5 km swim – 40 bike – 10 run). Fehlt ja nur noch das 4 – fache zum ersten Ironman und das 10 – fache zum Budget dafür 😛

Eine weitere Sache steht fest: Der Weg wird ein anderer !

Das geht schon bei der Anreise zum Trainingslager nach Mallorca los.

Mit perfektem Radkoffer von thule und einer Mitfahrgelegenheit musste ich erstmal irgendwie nach Hannover, um dort die halbe Nacht zu verbringen.

 

Ich bin schon viel geflogen aber einen so ausgestorbenen Flughafen habe ich noch nie erlebt.

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Mallorca wird lebendiger. Der nächste Blog mit Bildern folgt dann von der Insel.

 

Ich freue mich auf eine ereignisreiche und spannende Saison, die genau heute beginnt.

 

 

Bergauf mit Bernie

 

PS: Selbstverständlich wurde auch im Winter trainiert (Karneval ausgenommen) !

Beweisvideo