Monthly archives "Mai 2016"

Turbowoche – Ein Einblick in den etwas anderen Weg auf meiner Road

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Sonntag, 22.05.2016

Sprint Triathlon Fritzlar

Ein zufriedener 4. Platz beim Triathlon Fritzlar und eine perfekte Teamleistung meines Triathlon Team Gießen zum 2. Platz.

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Sprintdistanz 1:08:50 h (durchschnittlicher Puls: 179)

Montag, 23.05.2016

Schwimmtraining Gießen

Umfangreiches Grundlagentraining und viiiieeeel Technikanalyse.

Gesamt: 3,4 km

Dienstag, 24.05.2016

Athletiktraining

Ich versuche 1x/Woche eine Krafttrainingseinheit einzustreuen. (Eine aktuelle Studie aus Frankreich hat gezeigt: Eine aufgebaute Rumpfstabilität aus dem Winter kann während der Wettkampfphase schon durch eine kompensierende Einheit/Woche aufrecht erhalten werden)

ext. Dauerlauf

9 km (5:30er Schnitt)

Mittwoch, 25.05.2016

80 km Rad (+1200m Hm)

Durchs bergige Siegerland nach Hause zu fahren hat gut geklappt.

Super Kraftausdauertraining für den Quarterman 2016

Schwimmtechniktraining mit Jürgen (ca. 1,5 km)

Bester Techniktrainer, den es gibt. Meine Kraultechnik hat sich seit der Zusammenarbeit enorm verbessert.

Zwei Zitate von ihm: „Wasserlage vor Antrieb“, „Rotation ist der Schlüssel zum Erfolg“.IMG_7271

Donnerstag, 26.05.2016

100 km (+1000 Hm)

Versuch gescheitert, von meinem Heimatort Siegburg in meine Studentenstadt Marburg zu rollen. Grund: Nein, es war nicht die lange Strecke, sondern die Dunkelheit, die mir einen Strich durch die Rechnung machte. So musste ich ab Herborn mit der Bahn das letzte Stück fahren. Immerhin durchquerte ich drei Bundesländer: NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen. 🙂

Unbenannt

Freitag, 27.05.2016

Behringlauf, 6 km Wettkampf mit Heimvorteil

Mit richtig schweren Beinen aufgrund des Trainings der Vortage (s.o.) sollte der flache Rundkurs entlang der Lahn sehr flott werden. Dass der erste Platz trotz der Umstände dabei herumkam, freut mich umso mehr. Mit 3:26 min/km konnte ich kurz vor dem Ziel noch Lars Siegmund einholen, der bisher immer schneller war als ich – egal bei welchem Lauf.

Samstag, 28.05.2016

IKEA + Hessentag 😀

Aus dem eigentlichen Regenerationstag wurde spontan ein Tagesausflug zu Ikea in Siegen. Ein kurzes Déjà-vu als ich die HTS überquerte… 😀

Auf dem Rückweg noch ein Boxenstopp auf dem jährlich stattfindenden Hessentag. Aber nun wieder zurück zum Sport

Sonntag, 29.05.2016

Sportscheck Stadtlauf in Frankfurt in neuer Bestzeit

Mit noch schwereren Beinen als noch am Freitag sollten die 10 km durch die Frankfurter Innenstadt, entland der Skyline, wieder genauso schnell werden.

Das Tempo war hoch, das Starterfeld für mich total fremd und der Kurs auch nicht ganz klar. Schnell hatte sich eine Gruppe von drei Leuten vor mir distanziert. UnbenanntDa war keine Chance dran zu bleiben. Zu dem Zeitpunkt war ich schon schneller als ich wollte (ca. 3:20 min./km). Kaum im Tunnel – ähnlich einem sog. Runner’s High – angekommen, waren die brennenden Waden nicht mehr zu spüren. Puls habe ich in solch schnellen Rennen nicht dabei – wollte aber mal wissen, wie sich die Vorbelastung der vergangenen Woche (s.o.) auf meine Pulsbereiche auswirkt. Bei KM 4 zog die führende Frau (Laura Chacon Biebach) plötzlich an mir vorbei und auf einmal war der Tunnel weg, weil ich von ihrer Leistung so beeindruckt war . Ich gab alles, an ihr dran zu bleiben und ignorierte nun sogar meine Pace (< 3:30min./km war der Plan).

Also auf ging’s in einen neuen Tunnel. Wie in Trance begann ich zu fliegen. Ein unglaubliches Gefühl. Jetzt war ich in einem tatsächlichen Runner’s High – einem Phänomen, dem ich im Rahmen einer Hausarbeit mal genauer nachgegangen bin…faszinierend !

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Es half mir, die magische 35:00 min.-Mauer zu durchbrechen, an der ich schon so lange knabberte.

 

10 km in 34:56 min. (durchschnittlicher Puls:184, ziemlich exakt an meiner anaeroben Schwelle)

Platz 4 von 813 Teilnehmern

 

 

Zusammengefasst eine absolute Knallerwoche. Gesamter Kalorienverbrauch in der Woche : 10000 kcal. Das entspricht in etwa dem Energieverbauch während eines gesamten Iron Mans. Dass es mir ausgerechnet nach solch einer Turbowoche gelingen würde, die 35 min.-Marke zu knacken, verstehe ich zwar bis heute nicht, passt aber zu meinem Motto: anders.

 

 

Wieder auf der Spur

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Sprint Triathlon Fritzlar (750m – 20km – 5 km)

fokussiert, 3 min. schneller, super Teamergebnis

Nachdem ich in Buschhütten vor zwei Wochen noch nicht zeigen konnte, wo die Reise hingehen soll, gelang mir das schon wesentlich besser beim ersten Ligawettkampf für meinen neuen Verein Triathlon Team Gießen.

Kurz zur Erklärung eines Liga Triathlons:

Es treten für jeden Verein fünf Athleten an und die ersten vier jeder Mannschaft kommen in eine Mannschaftswertung, in der Punkte vergeben werden – ähnlich der Bundesliga, unähnlich der Spieltage…Hat eine Bundesliga 34 Spieltage, sind es in den Triathlon Ligen 4-5/Saison.

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Letztes Loading vor dem Start

In starker Besetzung fuhren wir nach Fritzlar (irgendwo im hessischen Hinterland), wo ich letztes Jahr auch schon startete. Anders als in Buschhütten fand ich sofort in mein Rennen und habe mich kaum ablenken lassen von der Konkurrenz. Mit der Schwimmzeit zwar noch knapp verfehlt, konnte ich vor allem auf dem anspruchsvollen Radkurs überzeugen. So langsam gewöhnt sich mein langer Körper an die kompakte Zeitfahrposition.

Beim Laufen konnte ich nach Dennis (ebenfalls Team Gießen) die zweitschnellste Zeit verbuchen und weiß auch hier, dass da noch mehr geht. Der 4. Platz sollte also an mich gehen. Plätze 3 – 1 gingen an ausgebüchste Bundesliga- und Regionalligastarter. Eines meiner Ziele ist in Reichweite…

Völlig überraschend war der 2. Platz für unsere Mannschaft. So überraschend, dass keiner mehr von uns zur Siegerehrung vor Ort war 😛

Glückwunsch auch an die Jungs aus Bruchköbel, mit denen ich die letzten Saisons startete.

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Im Ziel wieder vereint

Entscheidender als der Platz ist für mich die Zeit:

Insgesamt bin ich 3 min. schneller als letztes Jahr. Auf der kurzen Strecke ist das schon eine ganze Menge, was mich sehr stolz macht.

Mein akzentuiertes Training funktioniert. (Dazu später mehr!)

Jetzt freue ich mich auf den nächsten Ligawettkampf in Darmstadt. Vorher folgen noch 2 Läufe in 3 Tagen (!) und ein eingeschobener Radversuch von zu Hause (Seelscheid) in meine Unistadt Marburg (!!). Nach den Gewaltstrecken auf Mallorca wird mir das gelingen.

 

In diesem Sinne auch euch weiterhin gutes Gelingen.

Bernie

Der Vergleich mit den Profis wurde zum Kampf gegen mich selbst

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„Your body drives you to the line but your mind makes you cross it“

– Sebastian Kienle

 

Buschhütten Kurztriathlon (1-40-10)

Startgruppe mit 53 Profis, Halbprofis und mir 🙂

Wie formuliert man einen Bericht über einen völlig verkorksten Saisonstart so, dass er spannend und humorvoll bleibt?

Genau hier liegt dieses Mal mein Problem. Bisher konnte ich über meine schusseligen Fehler lachen. Auf meinen chaotischen Lebensstil war stets Verlass. So wie beispielsweise letztes Jahr in Griesheim.

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In Buschhütten sollte alles anders kommen…

Pünktlich am Start, viele Bekannte Gesichter meines ehemaligen Kölner Vereins wieder getroffen, top Wetter, neues Material und dann die ganzen Profis.

 

 

 

 

 

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Buschhütten ist bekannt für seine professionelle Ausrichtung mit Bundesliga-Teams und Ironman-Berühmtheiten.

So war z.B. Andreas Raelert am Start. Konstant über drei bis vier Jahre bester Triathlet und Weltrekordhalter auf der Langdistanz.

 

Andi erstmal erklären wie das geht 😉

 

Startschuss !

Mein Plan war 15 Min. Schwimmen, 60 Min. Radeln und 36 Min. Laufen.

Mein Plan war Vollgas.

Mein Plan war realistisch
Mein Plan hielt 200 m 😀

IMG_7044Die restlichen 0,8 km im Wasser, 40 km auf’m Rad und 10 km im Laufschuh wurden zu einer Qual der unangenehmsten Art: Der gedanklich-unfokussierten Art.

 

Normalerweise ist meine Schmerzgrenze im Wettkampf immer komplett ausgeschaltet. In anderen Worten: Ich bin sehr gut darin, mich selber zu treten und immer noch einen draufzusetzen.

Weg vom Schwimmbad zum Rad

 

 

Was ging schief?

1.) Ablenkung deluxe

Ich war von Anfang an damit beschäftigt, den Anschluss zum Rest nicht zu verpassen.

Sehr früh stellte ich fest, dass es ein Rennen um den Titel „Last out of water“ zwischen Fabian und mir wird (zumindest im Wasser). Es war mir unerklärlicherweise wichtiger, diesen Titel nicht zu tragen, als mich auf meine Schwimmtechnik zu konzentrieren. Hier habe ich in den letzten Wochen so viel neuen Input von meinem Schwimmtrainer Jürgen bekommen und bin wirklich schneller geworden. Automatisiert war vieles davon leider noch nicht und bedurfte eigentlich meiner vollen Aufmerksamkeit. Fabian – ebenfalls nicht sehr interessiert an dem Titel – zog am Ende echt gut an und war schließlich 20 Sek. vor mir aus dem Wasser.

 

IMG_7031Viel schlimmer: Ich blieb 1:30 min. hinter meiner Zielzeit.

Noch viel schlimmer: Auf dem Rad ging das Orientieren und Suchen nach der Konkurrenz weiter.

Noch viel, viel schlimmer: Auf der Laufstrecke war dann nichts mehr drinnen – und zwar im Kopf. Ich konnte diese Schmerzgrenze einfach nicht ausschalten und dümpelte mit einem 4er-Schnitt (40 Min. auf die 10 km) da nur noch so rum.

 

 

 

Laufrunde 6,7 oder 8?

2.) Koppeleinheiten: Mangelware

Aufgrund verschiedener zeitlicher Umstände konnte ich kein Koppeltraining durchführen. Koppeln bedeutet, dass zwei der drei Disziplinen hintereinander trainiert werden. Es fehlte also die körperliche Umstellungsfähigkeit vom Schwimmen auf’s Rad und vom Rad auf’s Laufen. Zweiteres mündet direkt in das dritte Problem…

 

3.) Radposition: In Bernie-Manier vergessen

Um den Bogen zu schließen fehlte es auch hier nicht an schusseligen Fehlern. Ich vergaß total, den Triathlon-Aufleger zu bestellen und musste das somit in der Woche vor dem WK erledigen. Dass dadurch keine Zeit mehr blieb, die neue Position vernünftig von Delta Bike messen zu lassen, stand auch fest.

Also Lenker verstellt, Sattel verstellt, alles verstellt.

Das wurde mir auf dem Rundkurs auf der HTS (Autobahn durchs Siegerland) zum Verhängnis. Die Radstrecke war verdammt schnell und ging nur geradeaus. Also perfekt geeignet für die Zeitfahrposition, die nur mit Aufleger funktioniert. So stieg ich entsprechend eingerostet und verspannt vom Rad und das sollte auch so bleiben. Yoga sei dank, bin ich insgesamt etwas beweglicher geworden. Haha, an dieser Stelle könnte ich direkt den nächsten Vergleich starten… 😀

sieht nicht schnell aus – war es auch nicht 😛

 

Also zusammengefasst war die Ablenkung und die schlechte unspezifische Vorbereitung für Buschhütten dafür verantwortlich, dass ich weit hinter meinen Möglichkeiten und Erwartungen ins Ziel kam.

Endzeit: 2:01 h.

Und welche Schlüsse ziehe ich nun daraus?

Der Umgang mit Drucksituationen beginnt mit der Erfahrung an sich. Sich dem Druck aussetzen und weiter sein eigenes Ding durchziehen, das ist mein neues Trainingsziel, damit so etwas nicht mehr passiert. Hinfallen, um zu wissen, wie man aufsteht, hat schon vielen geholfen.

Andre Agassi brachte die Enttäuschung ganz gut auf den Punkt:

Ein Sieg ist nur halb so schön wie eine Niederlage zerschmetternd ist“

 

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Sieger (Andreas Böcherer) und Verlierer (Lachen ging doch wieder 🙂 )