Den nimmt mir keiner !

Quarterman Germany 2016

27746990526_323b8291d6_zMit Supportteam (Johanna, Caro und Torben), dem ganzen Tria-Team Bruchköbel im Rücken und Volker von Optimum Sportbrillen  reiste ich top motiviert zum Quarterman Germany. Kaum angekommen wurde schon von allen Seiten um ein Kopf an Kopf Rennen zwischen Jannik Trunk und mir spekuliert: der Vorjahreszweite gegen den Vorjahresdritten. Der Rennverlauf sollte ganz anders erfolgen.

27781395315_9641236314_zSchwimmen

Schon zu Beginn zeichnete sich ab, dass ich mein angepeiltes Tempo (1:30 min./100m) nicht halten kann. Etwas dumm bin ich die ersten 300 m viel zu schnell angeschwommen, um in Janniks Wasserschatten zu bleiben. Als die Vernunft dann zurückkam war es schon zu spät und ich musste das Tempo – wiedermal bedingt durch fehlenden Fokus auf meine Schwimmtechnik – ordentlich drosseln.

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Erste Bahn im Gleichschritt mit Jannik (Jannik rechts, Ich links)

Rad

27170683763_8e3747f038Mit 70 sek. Rückstand auf die Führungsgruppe um Jannik und andere unbekannte Gestalten, wechselte ich auf’s Rad. Die unbekannten Gestalten, wie sich später rausstellte, waren totale Kanonen auf dem Rad. Einer fuhr einen 2 min. Vorsprung raus und ein anderer sogar sage und schreibe 6 min. Als Markus mir jede Runde (4 insgesamt) die Zwischenzeiten zubrüllte, konnte ich das nicht fassen, dass bei dem Tempo der Vorsprung jede Runde um 2 min. zunahm. Also jede Attacke zwecklos. Jannik fiel etwas zurück, startete dann aber beim Laufen seinen Turbo.

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Startnummer abgerissen?!?

Laufen

Als Dritter ging’s in den abschließenden 10,5 km Lauf. Einen Podestplatz habe ich mir damit schon ausgerechnet, blieb aber bescheiden, weil mir mein eigenes Tempo wichtiger war als eine Platzierung (Interessanterweise gelingt mir das Fokussieren beim Laufen wesentlich besser als beim Schwimmen). Zumal ich die beiden unbekannten Kanonen vor mir sowieso nicht erkannt hätte, wenn ich sie überholen sollte 😀 Jetzt standen aber Max und Marcel an der Laufstrecke und fütterten mich nahezu im Minutentakt mit den aktuellen Rückständen zum Ersten und Zweiten. Es stellte sich heraus, dass die beiden da genau richtig standen 😉 Denn plötzlich drehte sich das Spiel komplett um 180 Grad: Den Zweiten habe ich irgendwann schon bei KM 2 überholt ohne, dass ich das mitbekommen habe, der Abstand zum Ersten sprang von 6 auf 3 min, von 3 min. auf 40 sek. und auf einmal war das mit den persönlichen Leistungszielen, Fokus und so völlig außen vor. Den Blick auf die

Kratzen?

Kratzen?!?

Uhr gab’s nicht mehr. Jetzt hatte ich Blut geleckt und wollte das Ding nach Hause fahren. Gleichzeitig drückte Jannik ganz schön auf die Tube. Man sah es an seiner hervorragenden Lauftechnik. Man sah es vor allem immer wieder, weil die Laufstrecke mit Wendepunkten zwei Mal durchlaufen wurde. In anderen Worten: Man begegnet sich mehrmals während den 10,5 km.

Zurück zum Rennen: Erst bei KM 9 konnte ich den Führenden vor mir erkennen und wusste, dass ich den noch kriegen konnte. Wie immer, aber dieses Mal besonders stark, erhöhte ich das Tempo auf dem letzten KM und zog vorbei an Michael Herberger. Ich lief sogar noch einen kleinen Vorsprung raus. Erst beim Zieleinlauf und so halb wahrnehmend „Und hier kommt der Sieger des Quarterman 2016“ war mir klar: Der Sieger bist du!

Ein Wahnsinnsgefühl und ich freue mich total darüber. Nachdem ich erfuhr, dass Michael wegen Seitenstechen Gehpausen einlegen musste, dachte ich schon einen Moment lang, er hätte den Sieg eigentlich mehr verdient gehabt als ich. Zumal ich zur Zeit aufgrund mehrerer Jobs und Studium überhaupt nicht vernünftig trainieren kann und meine Gesamtzeit (2:09 h) die letzten beiden Jahre besser war. Bei mir hat an diesem Tag einfach alles trotz der widrigen Wetterumstände und der sumpfigen Laufstrecke gepasst. Ich bin somit zufrieden und den Sieg – ob verdient oder nicht – kann mir keiner mehr nehmen.

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Danke an alle QM-Helfer!!!

Danke an den tollen Support an der Strecke, im Ziel und nicht zu vergessen am Vortag, wo viele fleißige Helfer die Rad- und Laufstrecke noch freigeschaufelt haben vom ganzen Schlamm. Ohne euch hätte der QM 2016 gar nicht oder nur in abgespeckter Form (s. Heilbronn, Luxemburg etc.) stattfinden können.

Es geht immer weiter Bergauf mit Bernie 🙂

Comments ( 2 )

  1. ReplyMarkus

    ABSOLUT verdient! Geil geschrieben, hab richtig Gänsehaut beim Lesen. Weiter so!

  2. Replybornsi

    Danke Markus. Nächstes Jahr sehe ich dich hoffentlich wieder am Start und auf dem Podest !

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