Jahresrückblick 2016

 

3 x gewonnen, 2 x Totalschaden und ganz viele Wundertüten

– Getreu dem Motto „ANDERS“

Trainingslager Mallorca März/April

Die Saison begann mit einem wunderbaren Trainingslager im Robinson Club Mallorca. Zwei Wochen lang konnte ich mein nagelneues Rennrad ordentlich ausfahren und dabei super nette Leute aus dem Club kennenlernen. Auch war es schön, alte bekannte Gesichter aus Robinsonzeiten wiederzutreffen. Für nächstes Frühjahr habe ich mir fest vorgenommen, wieder dort unterzukommen – aufgrund verschiedener Verpflichtungen steht das jetzt schon allerdings in den Sternen. Es sind immer diese Kompromisse, die man als „Nicht-Profi“ eingehen muss: Priorität I, II oder III. Bei mir kommt es dabei immer zu Verschiebungen der Prioritäten, wenn man Studium, Arbeit und Triathlon unter einen Hut kriegen muss.

Buschhütten Mai

Als ersten Triathlon der Saison wählte ich den Klassiker Buschhütten. Motiviert meldete ich mich im Profifeld, wo auch der später Hawaii-Fünftplatzierte Andi Böcherer startete.

Hier zeigte sich das erste Mal die Wirkung davon, zu hohem Druck mithalten zu wollen. Ich war unkonzentriert und mit der Aufmerksamkeit von Beginn an mehr beim Gegner als bei mir und meiner noch unsauberen Kraultechnik. Schon nach dem Schwimmen war es mein einziges Ziel, nicht Letzter zu werden. Das war für mich persönlich ziemlich enttäuschend. Wenn du weißt, was du kannst aber im entscheidenden Moment einfach nicht in der Lage bist, genau das auch abzurufen. Welchen Nutzen konnte ich daraus überhaupt ziehen?

Von Anspannung noch keine Spur

Von Anspannung noch keine Spur

Zu hoher Anspruch macht mich blind bzw. unaufmerksam für das Wesentliche und das ist bei mir das Kämpfen am Limit. Dieses Limit – das habe ich nun gelernt – hatte ich bis dato überhaupt nicht definiert. Am Limit war ich definitiv, aber das psychophysiologische Erklärungsmodell dahinter erspare ich euch jetzt 😉

Jetzt heißt es Aufstehen und Weitermachen!

 

 

Sub 35

Das erste mal unter 35 min.

Das erste mal unter 35 min.

Das Weitermachen mit noch mehr Antrieb ist mir mit einem Paukenschlag gelungen. Das erste Mal habe ich die 35 Min. auf 10 km unterboten und das schon sehr früh in der Saison. Normalerweise erreiche ich meinen Leistungspeak immer erst Ende Juni, wenn die Hauptwettkampfphase läuft. So allerdings durchbrach ich diese „Mauer“ noch während der Vorbereitungsphase, was mich sehr erstaunt hat. Gleichzeitig hat mir das gezeigt, dass ich noch sehr viel Feuer in den Beinen habe und ich habe mir vorgenommen, in der nächsten Saison nochmal auf den Sprint – und Kurzdistanzen inkl. Läufen anzugreifen. 

Zeitungsbericht im Hanauer Anzeiger

Zeitungsbericht im Hanauer Anzeiger vom 20/Juni/2016

Quarterman Sieg Juni

Der nächste Knaller kam schon kurze Zeit später. Beim Quarterman in der Nähe von Frankfurt konnte ich vor „vereinsheimischer Kulisse“ meinen ersten Gesamtsieg eines Triathlons einfahren. Das war schon ein ganz besonderes Gefühl, das mir keiner mehr nehmen kann. Ich bin gespannt, wie es 2017 laufen wird. Viele starke Triathleten haben sich angekündigt und die hessischen Triathlonligen sind ebenfalls vertreten. Ich werde wieder dabei sein, um meinen Titel zu verteidigen!

Badehosen-Story

Eine meiner typischen Bernie-Aktionen darf ich euch nicht vorenthalten. Für das Schwimmtraining bin ich diese Saison immer nach Gießen gefahren. So war es naheliegend, aus dem Radeln und Schwimmen eine Koppeleinheit zu machen. Das bedeutet, es werden zwei der drei Disziplinen direkt im Anschluss aneinander trainiert. In diesem Fall also Radfahren → Schwimmen → Radfahren. Das hat auch alles super geklappt – bis auf das Verstauen der nassen Badehose nach dem Schwimmen. So kam ich auf die grandiose Idee die Badehose um meine Trinkflasche zu wickeln und in den Getränkehalter zu stopfen. Nach nur 500 m (natürlich mit Vollgas im Wettkampfmodus) rutschte die Badehose aus dem Halter direkt ins darunterliegende Kettenblatt und nach einer halben Umdrehung weiter bis zum Ritzelpaket. Das hat dann erst einmal 10 min. gedauert, die Badehose aus der Kette wieder heraus zu fummeln. Die Koppeleinheit war damit zu Ende.

CTW

Das letzte Wettkampfwochenende der Saison sollte nochmal turbolent werden. Geplant war für Samstag die olympische Distanz in meiner wahren Heimat beim Cologne Triathlon Weekend und einen Tag später das Ligafinale in Baunatal (irgendwo in Nordhessen). Eine Woche vorher zog ich mir eine Schnittwunde an einer etwas unglücklichen Stelle direkt unter dem Fuß zu. Leider entzündete sich diese während des Wettkampfes in Köln, wodurch dieser mit jedem Schritt zu einer reinen Qual wurde. Da half mir meine Größe und die damit einhergehenden reduzierten Bodenkontakte auch nicht mehr weiter. Viel schlimmer noch war meine verletzungsbedingte Absage einen Tag später für das Ligateam. Denn auch ein anderes Teammitglied sagte zeitgleich ab und somit konnten wir keine Wertungspunkte an dem Tag kassieren. Der Abstieg aus der Regionalliga war vorprogrammiert – nicht zuletzt wegen noch hinzukommenden Missverständnissen. Das war sehr schade und ich bedauere sehr, dass ich einen Anteil an dem misslungen letzten Ligawettkampf trage.

Happy End

Optimum in der ersten Reihe

Silvesterlauf zum Abschluss einer turbolenten Saison. Optimum in der ersten Reihe. Foto: Volker Meyer

Ein Happy End war dann doch noch der souveräne Gesamtsieg des Stadtlaufs in meiner Studentenstadt Marburg. Ein Surprising End folgte schlussendlich auch noch mit einem spontanen Start beim Silvesterlauf in Rodenbach am 31.12.2016. Aus dem Krafttraining heraus so spät im Jahr noch einen 10er zu laufen bringt ungefähr so viel wie Zähneputzen ohne Zahnbürste. Es war trotzdem ein gelungener Lauf unter harten Bedingungen (Minusgrade & anspruchsvolle Waldstrecke mit zwei extremen Anstiegen) und einem zweiten Platz in meiner Altersklasse.

Ergebnisse 2016

Das Jahr steckte rundum voller Erfolge und Überraschungen. Stolz bin ich vor allem auf die sub 35 min. beim 10 KM Lauf in Frankfurt. Das war zu 100% mein Verdienst und zu wissen, dass ich eigene Grenzen überwinden kann, löst ein sehr gutes Gefühl aus. So schließe ich das Jahr mit dem passenden Zitat ab: Gefühl von Grenze darf nicht heißen „Hier bist du zu Ende“, sondern „Hier musst du noch wachsen!“ (Emil Gött) und leite das neue Jahr mit Spannung, Feuer und vielen weiteren Wundertüten ein.

Fahrplan 2017

Das neue Jahr hat begonnen und die ersten Ziele sind gesetzt. Meine Spritzigkeit bzw. Schnelligkeit soll dieses Jahr beim Frankfurt Hero unter Beweis gestellt werden: Ein mehrteiliges Rennformat bestehend aus dem Halbmarathon Frankfurt, dem Radrennen Frankfurt-Eschborn und dem Frankfurt City Triathlon. Auf diese drei Rennen lege ich meinen Trainingsplan aus, hat also Priorität I. Weiterhin großes Tennis wird mich beim Quarterman 2017 erwarten. Alles weitere halte ich mir momentan noch offen. Es werden viele Läufe und noch die ein oder andere Sprint- und/oder Kurzdistanz folgen (Termine). Das mit den Prioritäten wird sich im Verlauf der Saison ohnehin mehrmals verändern, wie ich eingangs beschrieben habe.

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