Auf den letzten Metern zum Sieg beim Hennefer Triathlon 2017

Bist du auch in diesem ‚Nationalteam‘ ? ? ?

Mit dieser Überschrift muss ich etwas weiter ausholen.

Es begann 10:45 Uhr mit einem Landstart des Hennef Triathlons 2017.

An der Stelle direkt eine Korrektur: Der Start wurde verschoben, weil ein Starter aus der Gruppe vor uns nicht auf sein Rad gestiegen ist, im See aber auch nicht mehr auffindbar war. Folgerichtig ist die Wasserwacht ausgeschwärmt, um den Verschollenen zu suchen. Ich habe den weiteren Verlauf nicht ganz verstanden, war ich schließlich schon voll im Anspannungsmodus.

Der Verschollenen tauchte wieder auf und der Start erfolgte prompt.

Ich kam gut in einen Rhythmus rein, der mich mit 25:07 min. solide über die 1,5 km Schwimmdistanz brachte. Ich war überraschenderweise in der Verfolgergruppe und stieg als Sechster aus dem Wasser, was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnte. Überhaupt war das mit der Platzierung bis 100 m vor dem Ziel so eine Sache.

Dreispurige Wechselzone

Aber zurück zum Rad, ne, zurück in die Wechselzone (WZ). Dort wurde ich nämlich erstmal gemaßregelt und durfte einen Umweg laufen, weil ich mir die Laufwege vorher natürlich nicht angeschaut habe.

Dazu muss erklärt werden, dass so eine WZ eine logistische Meisterleistung ist. An drei Stellen strömen Schwimmer, Radfahrer und Läufer in die WZ und wieder hinaus. Hier sollten sich diese drei Ströme tatsächlich eine schmale Straße teilen. Kann man sich vorstellen, wie eine dreispurige Autobahn auf der mit Geisterfahrern zu rechnen ist 😀

Nun aber den richtigen Weg eingeschlagen, konnte ich von Anfang an ordentlich Druck machen auf dem Rad. Dort kam das erste mal das Gefühl, dass da noch Großes kommen könnte. Zwei oder drei Athleten konnte ich auf der Radstrecke catchen bevor es auf die Laufstrecke ging.

Ein Lauf nach Maß

Immer noch völlig ahnungslos wie viele Athleten jetzt noch vor mir sind, bin ich schnell angelaufen – nein, schnell angeflogen. Mit einer Pace von 3:40 min. / km fühlte sich der Lauf richtig gut an. Ein Leichtigkeitsgefühl, das ich so nur sehr selten auf einer olympischen Distanz erlebe, wo doch die Vorbelastung schon so hoch war. Auch auf der Laufstrecke ließen sich zwei weitere Leute catchen. Letzteren fragte ich nach seiner Platzierung. Platz 2 sagte er fröhlich und mir mutmachend: „Den kannst du noch kriegen“ Er sprach vom Erstplatzierten (Luka Söntjens), der schon aus der WZ raus lief als ich mein Rennrad noch auf der Geister-Autobahn rein schob. In anderen Worten war er mir sehr weit voraus. Ich war trotzdem neugierig, was da noch drinnen seien sollte. So fragte ich meine Crowd an der Strecke nach den Zwischenzeiten.

An dieser Stelle tausend Dank an meine Familie und Freunde!

Die Jagt, die gar keine werden sollte

Bei KM 1 oder 2 erfuhr ich den Rückstand von 2:30 min. Völlig ausgeschlossen, dachte ich, als ich den Rückstand hörte. Ich lief aber trotzdem mein Tempo weiter und war irgendwann in einem Tunnel. An mehreren Stellen versuchte Olaf mir den kürzer werdenden Abstand auf Platz 1 durchzurufen. Keine Chance – nichts mehr wahrgenommen. Zum Glück handelte es sich um eine Wendepunktstrecke, wo man die Abstände ganz gut einschätzen konnte. Keine Chance – immer noch nicht wahrgenommen, wie der Abstand kleiner wurde.

Tatsächlich erst am letzten Wendepunkt bei ca. KM 8,5 stellte ich fest, dass Luka nur 200 m vor mir wendete. Ab da hieß es ‚Attacke‘ (Es heißt bei mir immer Attacke aber jetzt nicht mehr Attacke gegen die Zeit sondern gegen Platz 1) ! Die Zuschauer und Streckenhelfer brüllten vor mir ständig Lukas Namen. Er war aus dem lokalen Verein. Und obwohl ich als unbekanntes Gesicht auftrat, puschten mich alle Hennefer genauso ins Ziel.

Ganz großen Respekt für den Support !

KM 9: Luka war jetzt 30-40 m vor mir. Wenn ich das noch auf dem letzten KM gewinnen will, so dachte ich, hätte ich nochmal anziehen müssen. Ich traute mich (noch) nicht…

Kurve rechts, Kurve links und schon ging es auf die Zielgerade zu – vielleicht 100 m to go. Dann erst startete ich den Turbo (Steigerung von Attacke) und schob mich noch irgendwie mit letzter Kraft an Luka vorbei.

Ein kurzer Blick nach hinten zeigte mir: Luka geht den Schlusssprint nicht mit. So lief ich auf den letzten Metern als Sieger durchs Ziel.

Wahnsinn !

 

Im Ziel fragte mich eine Bekannte des Zweitplatzierten, ob ich auch „in diesem Nationalteam“ wäre wie Luka 😀

Diese Frage lasse ich gerne so stehen und verabschiede mich für heute zumindest von euch.

Euer Börns

 

Comment ( 1 )

  1. ReplyFlo

    Ultraspannendes Rennen und wohl erkämpfter Sieg!! Ich habe mich mit einer Dame vom örtlichen Verein an der Strecke unterhalten, als du vorbei liefst und ich dir die Zeit zum Ersten zugerufen habe. Sie meinte die 45 Sekunden nach 7 oder 8 (?) km würdest du niemals aufholen. Ich entgegnete: "Wenn das einer schafft, dann er." So einen brauchen wir auch in der Nationalmannschaft! Mal sehen, wann der Jogi anruft ;)

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