Zwischenbericht auf meinem Weg nach Hawaii

Stand jetzt

1.Mai 2019 – mit schweren Beinen und Kriegswunden aus Australien zurück dachte ich nur: „Moment, wie soll ich mich denn jetzt in 2 Monaten am sinnvollsten für den Ironman vorbereiten?“ Ich wäre nicht ich, wenn ich mich über sowas vorher Gedanken gemacht hätte 😀

Mein Wettkampfplan gab mir etwas Struktur, meine Arbeit und gefühlt tausend Projekte wiederum machten den Mai nahezu untrainierbar. Im Klartext war ich nicht mal in der Lage die angepeilten halben Umfänge der üblichen Langdistanz Triathleten zu absolvieren.

Einfach #Ballern und #Regenerieren war und ist seitdem die Devise.

1. Check: Quarterman Bruchköbel

 

Der erste Test dieses Jahr war die Quarterman-Distanz (genau ein Viertel vom Ironman) in Bruchköbel.
Durch die enge Verbundenheit zum lokalen Verein und einiger meiner Sponsoren war dies mein 6. Start in Folge beim Quarterman.
Dieses Jahr stand die Hitze und meine verlorene Trinkflasche im Vordergrund. Dass mein Körper und mein Kopf trotz drohender Dehydrierung einwandfrei funktionierte, stimmte mich positiv. Belohnt wurde ich mit dem 3. Platz.

 

 

2. Check: Halbdistanz Maxdorf

Genau eine Woche zum Erholen, Trainieren und Auftanken standen mir zur Verfügung zwischen dem ersten und zweiten Formcheck. Gedanke wie oben: „Wie soll ich jetzt innerhalb einer Woche die Form so ausbauen, dass sie über die doppelte Distanz genauso Stand hält?“ Es gab viele Ideen aber ihr kennt das ja mit der Arbeit und den Prioritäten…!

So ging die wilde Achterbahnfahrt weiter nach Maxdorf, meine bis dahin sportlich größte Herausforderung. Eine Halbdistanz mit 2 km Schwimmen, 85 km Rad und 20 km Laufen und berühmt für ihre Höhenmeter, die vergleichbar sind mit dem Ironman Austria – nur eben auf halber Strecke. Zurückhaltung auf dem Rad und #ballern auf der Laufstrecke war die Idee. Bevor es überhaupt dazu kam, platzte mein Fahrradschlauch 10 min. vor Check-In Ende. Kurze Erklärung: Es gibt Check-In Zeiten bei Triathlons die gerne geahndet werden bei Nichteinhaltung. Mein Kumpel Joule, der auch am Start war und so etwas wie mein persönlicher Radmechaniker ist (wovon er noch nichts weiß) handelte instinktiv und reparierte meinen Reifen notdürftig. Mit 1000 Watt ballerten wir zum Check-In. Panik war umsonst, war die Schlange letztlich länger als die Wechselzone. Also durchatmen – ne, doch nicht !

5 min. vor dem Start löste sich meine Schwimmbrille in zwei Teile auf. „Na großartig“ – und wieder war Joule zur Stelle und hatte natürlich eine Ersatzbrille dabei.

 

Das Schwimmen war ok. Alles was ich da bisher investiert habe, hat sich auf jeden Fall überhaupt nicht gelohnt. Egal, fällt kaum ins Gewicht.

Nun zurück zur Strategie „Zurückhaltung“, eine Kunst, die ich noch nie beherrschte und wahrscheinlich mein einziger Risikofaktor für den Ironman werden könnte. Die Gefahr besteht darin sich zu früh zu verausgaben, so dass man hinten raus beim Laufen einbricht. Nun, das hat überhaupt nicht funktioniert, musste es aber auch nicht. Meine Wattwerte explodierten an jedem Berg, aber wat soll’s – weiterballern ! Über die Weinberge ging es zurück zum Start. Autos fuhren auf der Radstrecke, was mega gefährlich war und dann wieder so ne Aktion: Bergab, Bremsen, Kurve links. Nicht ganz…viel zu schell und mit Vollbremsung rutschte ich an der Absperrung irgendwie vorbei und verhinderte schlimmeres.

 

Es folgte der Halbmarathon. Ich war überrascht wie wenig Fahrräder erst in der Wechselzone waren. Vielleicht 15 ?!?

Rad abstellen, Laufschuhe an, Gels eintüten und los geht’s ! Mist, natürlich wieder was vergessen! Direkt bei der ersten Verpflegungsstelle haute ich mir meine Kappe vom Kopf, musste umdrehen, was mich 2 Plätze kostete. Danach lief alles viel besser als erwartet. Ich konnte ein Tempo aufbauen, mit dem ich im Hinblick  auf den Ironman und etwas Rechnerei völlig zufrieden war. Überglücklich und stolz kam ich ins Ziel und wusste da noch gar nichts von meinem 11. Platz gesamt, 2. Platz in meiner Altersklasse und meines ersten Preisgeldes 🙂

 

 

 

 

Ich bin nun noch motivierter und zuversichtlicher als je zuvor, dass ich mit meinem Plan, keinen Plan zu haben, die Hawaii Qualifikation beim Ironman Austria schaffen werde. „Moment, das sind ja schon wieder viel zu wenige Tage, 25 um genau zu sein“ 😀

Stolz auf die Leistung und dankbar für die Unterstützung meiner Sponsoren

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