Projekt Hawaii

Ironman Hawaii Qualifikation 2019

Ähnliches Foto

http://eu.ironman.com/de-de/triathlon-news/articles/2015/09/nl_092015_king-of-kona.aspx

Getreu dem Motto „anders“ möchte ich mich für den bekanntesten aller Triathlons, den Ironman Hawaii qualifizieren.

Dabei muss ich auf zwei Dinge genauer eingehen.

1.) Qualifikation für Hawaii

2.) Was meine ich mit „anders“?

Zur Qualifikation:

Der Ironman Hawaii ist der einzige Triathlon, bei dem man sich nicht einfach so anmelden kann als wäre man beim Einwohnermeldeamt. Man muss sich dafür qualifizieren! Das alleine erzeugt schon einen gewissen Reiz, wäre da nicht noch die Austragung der Weltmeisterschaft und der historische Beginn der Ironman-Serie. Der Ironman Hawaii genießt also eine Sonderstellung. Da ich – wie so viele Triathleten – nicht frei von „Unsättigbarkeit“ bin (ein Wort, das ich mir im Laufe meine Coachingjahre ausgedacht habe), ist der Drang nach neuen höheren Zielen groß. Ja, überspitzt kann man postulieren, dass Hawaii früher oder später für jeden Triathlet ein Traum, eine Vision, ein konkretes Ziel wird. So unerreichbar dieses Ziel auch für die meisten ihr Leben lang bleiben wird, es ist ein Ziel, dass fesselt, dass antreibt, dass polarisiert. Neben meiner Arbeit mit Sportlern, arbeite ich auch mit Menschen, die schwer krank sind.

Bildergebnis für ironman hawaii

http://www.ironman.com/~/media/3900f1311aea4a749e4db928c582b40e/kona%20turtle%201600.jpg?w=1600&h=980&c=1

Es sind immer wieder die Lebensziele, so unterschiedlich sie auch sind, die im Zuge von Erkrankungen, Verletzungen und/oder Schicksalsschlägen schlagartig oder genauso schlimm: schleichend ver’schwimmen‘. Schwimmen (ich merke, wie ich mich genau wie mein Opa in Assoziationsketten verliere) kann ich zwar immer noch nicht konkurrenzfähig aber Träumen und ‚Bergauf‘-Denken (die sog. Attacke!) gelingt mir umso besser. Ich denke ferner, dass Verschwimmen erlaubt ist, selbst Schwimmflügel sind okay. Entscheidend ist nicht WIE man Ziele erreicht oder WAS man dafür brauch, entscheidend ist, DASS man Ziele hat. Ich bin davon überzeugt, dass uns Lebensziele und Träume zu dem machen was wir sind oder werden wollen, anders herum jedoch das uns das Fehlen von Zielen oder Nicht-Akzeptieren-Wollen neuer Ziele erst so richtig leiden lässt. Um den Bogen zu spannen: Ich bin einfach nur super happy, dankbar und stolz sowohl psychisch/physisch wie auch zeitlich/finanziell in der Lage zu sein, mich meiner zeitlebens wohl größten sportlichen Herausforderung zu stellen.

Das setzt voraus, dass ich mich bei einem anderen Ironman gegen meine Altersklassenkonkurrenten (30-34 Jahre) behaupten muss. Die Wahl fiel mir nicht schwer, ist der Wörthersee in Österreich und die Berge darum doch dank meiner lieben Mama als Klagenfurterin zweite Heimat für mich.

Bildergebnis für Ironman Austria 2019

3,8 km Schwimmen, 180 km Rad fahren, 42 km Laufen

Das sind die Streckenlängen – logischerweise bei jedem Ironman gleich. Das mit dem Qualifizieren läuft allerdings nicht über Heimatpunkte sondern über Qualizeiten in den jeweiligen Altersklassen. Um das kurz zu fassen, entspricht das in meiner Altersklasse in etwa einer Gesamtzeit von weniger als 9:15 Stunden, was mich auf mein Motto bringt: „Anders“. (Kurze Anmerkung: 9:15 h ist anhand der Qualizeiten der letzten Jahre geschätzt. Kann unter Umständen sehr spannend werden, wie ARD Sprecher Thorsten Schröder bei seiner Qualifikation bewies.)

Zum Motto:

Anders ist bei mir so einiges. Da ist es naheliegend, dass ich auch anders nach Hawaii will, wobei es dabei keinen Standardweg gibt.

Mein Weg wird so aussehen:

  • Ein Versuch, eine Quali
  • Vorerfahrung Langdistanz: 0 %
  • Trainingspensum: 10 h /Woche
  • HIT statt LIT

Ein Versuch, eine Quali

Ich werde alles auf eine Karte setzen. Ironman Austria wird mein einziger Versuch, mich zu qualifizieren. Das erhöht natürlich den Druck aber ich glaube mehr aus mir rausholen zu können, wenn ich mich auf ein Rennen festlege und kein Ironman-Hopping beginne. Klar, gibt es unbeeinflussbare Faktoren wie z.B. einen Sturz in der Vorbereitung, einen Platten im Rennen oder ein Auftauchen des Lindwurms 😀 Krämpfe, Verletzungen, Zeitstrafen, Ernährung, Psyche sind nur ein Paar weitere Hindernisse, die es zu beherrschen gilt… 😛

Vorerfahrung Langdistanz: 0 %

Ich könnte mich sinnvollerweise erstmal herantasten an die langen Strecken. Schließlich bin ich deutlich Kürzeres gewohnt. Längste Strecken bisher waren zwei Halbmarathons. Eine Mitteldistanz dieses Jahr (Frankfurt City Triathlon) und evtl. eine weitere nächstes Jahr sollen folgen. Ich werde mir aber den Überraschungseffekt zu nutze machen. Wie der genau aussieht, weiß ich auch nicht. Ich komme als Neuling, ich gehe als Neuling.

Trainingspensum: 10 h /Woche

10 Stunden Training in der Woche wird natürlich eine Herausforderung werden. Das entspricht ungefähr meinem aktuellen Pensum. Ich denke aber, dass das trotz oder gerade wegen aller Meinung der Kilometersammler funktionieren wird. Teilweise werden Stunden auf der Rolle oder im Wasser rumgedümpelt, was auch sicherlich die Grundlagenausdauer bis zu einem bestimmten Grad verbessert, mehr aber auch nicht. Jede einzelne Trainingseinheit wird entsprechend wichtiger sein, da es nicht viele werden. Ausnahme wird ein Trainingslager im Frühjahr sein, das aber noch in den Sternen steht (Würde so gerne wieder eine längere Tour durch ein Land machen wie dieses Jahr durch Kalifornien).

HIT statt LIT

Der Schlüssel wird im hochintensiven Belastungsbereich (HIT) liegen. Um jetzt nicht trainingswissenschaftlich abzudriften, belasse ich es dabei, zumal es in dem Bereich kaum Forschung gibt. Die Idee bzw. Hypothese ist, dass bei hoch ausgeprägter Grundschnelligkeit und Explosionskraft (die sog. Attacke!) in Kombination mit einem intakten Muskel-Skelet-Apparat, viel weniger Grundlagentraining (low intensity training) notwendig ist, um ähnliche oder gleiche Effekte zu erzielen. Das setzt ein hohes Maß an Fitness und Belastbarkeit voraus. Gleichzeitig spielt dabei die Regeneration eine noch größere Rolle. Ich werde viel über alternative Wege versuchen anstelle in bestes Material zu investieren (was sowieso nicht schneller macht): Effizienter Schlaf, Nahrungsergänzung (v.a. Protein, Omega 3 und Vitamin D) Yoga (zählt nicht zu den 10 h Training 😉), Blutbilder und mit einem Psychologe zusammen arbeiten.

 

Fazit:

Gibt es keins! Dafür ist es viel zu verrückt, was ich vorhabe. Aber ich habe etwas vor und das zählt!